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Pistole statt Fahrkarte: ICE und Hauptbahnhof in Hannover geräumt

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Von: Johannes Nuß

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Zwei Bundespolizisten stehen vor dem Hauptbahnhof in Hannover.
Die Bundespolizei in Hannover musste Teile des Hauptbahnhofs räumen, um die Sicherheit nicht zu gefährden. (Symbolbild) © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Weil ein Fahrgast im ICE von Bremen nach Hannover statt einer Fahrkarte eine Pistole zeigte, ließ der Zugbegleiter das Abteil räumen und die Polizei den Bahnhof.

Bremen/Hannover – Ein Fahrgast im ICE von Bremen nach Hannover in Niedersachsen wollte anscheinend am Montag, 21. November 2022, gegen 13:30 Uhr einer Fahrkartenkontrolle entgehen. Denn als der Zugbegleiter der Deutschen Bahn den Mann im Abteil kontrollieren wollte, präsentierte dieser dem Schaffner stattdessen eine Pistole. Der Zugbegleiter reagierte geistesgegenwärtig und räumte sofort das Abteil des Intercity Express von Bremen nach Hannover und alarmierte die Bundespolizei in Hannover.

Pistole statt Fahrkarte: ICE und Hauptbahnhof in Hannover geräumt

Die Bundespolizei in Hannover, so die Beamten in einer Pressemitteilung, räumte ihrerseits den Bahnsteig sowie die Treppenabgänge und Teile des Personentunnels, um eine Gefährdung für andere Reisende auszuschließen. Bei Eintreffen des Zuges griffen die Bundespolizisten schließlich zu.

Der Bremerhavener wurde überwältigt und die Pistole durch die Polizei sichergestellt. Bei der Festnahme leistete der alkoholisierte Mann im Hauptbahnhof Hannover Widerstand und musste gefesselt werden. Die Waffe entpuppte sich im Nachhinein als sogenannte „Anscheinswaffe“, die echten Waffen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Darauf weist die Bundespolizei hin

Nicht nur der Reisende wird durch diese Art von Waffen verunsichert und verängstigt – die Maßnahmen der eingesetzten Polizeikräfte sind bei einem solchen Einsatz darauf ausgerichtet, dass es sich bei dieser Art von Waffen um echte und einsatzbereite handelt; entsprechend robust ist auch die polizeiliche Vorgehensweise. Der Gesetzgeber verbietet das Führen von Waffen in der Öffentlichkeit, die den Anschein erwecken, sie seien echt. Verstöße gegen das Führen solcher Waffen können bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Eine Suche im Abteil nach weiteren gefährlichen Gegenständen verlief ohne Ergebnis. Gegen den gebürtigen Mann aus Großenkneten (Landkreis Oldenburg) wird nun wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, Erschleichen von Leistungen sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Weitere Blaulichtmeldungen: 18-Jähriger nach versuchtem Mord in Untersuchungshaft

Ein 18-Jähriger steht im Verdacht, nach einer Feier in seiner Wohnung zwei Personen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt zu haben. Er sitzt wegen versuchten Mordes in U-Haft. Am Montag sorgte ein Unfall auf der A1 zwischen Stuckenborstel und Bockel für Verkehrsbehinderungen. In Egestorf endete ein Jagd-Spiel im Drama, als ein Pferd in eiskaltes Wasser stürzte. Nach zwei Bränden im Bereich einer Kaserne in Cuxhaven ermittelt der Staatsschutz. Im Januar sollen dort Geflüchtete einziehen.

Ein 18-Jähriger stach darüber hinaus am Bahnhof von Hildesheim wegen eines Fahrscheins auf einen Mann ein. Ein weiterer 18-Jähriger prallte in der Nähe von Godensholt mit dem Auto gegen einen Baum und verstarb noch am Unfallort.

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