Test auf der Bundesstraße 6

Pilotversuch mit Streckenradar verzögert sich

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Hannover - Vor dem Blitzer schnell vom Gas und danach wieder rasen: Dieses Schema soll ein Streckenradar durchbrechen. 2014 wurde das bundesweit erste Pilotprojekt in Niedersachsen angekündigt. Nun wird es mindestens bis zum Sommer dauern, bis die neue Technik startet.

Ursprünglich sollte der neue Radar bereits im vergangenen Sommer in Betrieb genommen werden, nun wird es mindestens ein Jahr später werden. Bei dem Streckenradar, auch Section Control genannt, wird das Tempo von Autofahrern über einen längeren Abschnitt kontrolliert. Der Pilotversuch soll auf einer drei Kilometer langen Strecke der Bundesstraße 6 in der Region Hannover bei Laatzen installiert werden. 

Prüfung des Systems ist extrem aufwendig

Im Moment wird die neuartige Technik aber immer noch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig geprüft. Die Behörde muss das System zertifizieren und zulassen, bevor es in Betrieb gehen darf. „Die Prüfungen sind extrem aufwendig, weil immerhin der Führerschein dabei verloren gehen könnte", sagte der Leiter der Arbeitsgruppe Geschwindigkeitsmessgeräte an der PTB, Frank Märtens. „Wir prüfen sehr gründlich - und die Technik ist komplett neu." Der Experte rechnet damit, dass das Zulassungsverfahren seiner Behörde aber in der zweiten Hälfte kommenden Jahres abgeschlossen sein könnte. 

Maxime: Gründlichkeit vor Schnelligkeit

Die Anlage sei wie geplant 2015 auf der Bundesstraße eingerichtet worden, sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Matthias Eichler, am Freitag. Der Testbetrieb habe bereits begonnen, der Pilotbetrieb könne erst nach der Zertifizierung durch die PTB starten. „In diesem Projekt zählt die Maxime ,Gründlichkeit vor Schnelligkeit‘ für uns, denn diese Art der Verkehrsüberwachung wird die Sicherheit im Verkehr bundesweit verändern", betonte der Ministeriumssprecher. 

Schilder sollen auf die Überwachung hinweisen

In Österreich und den Niederlanden gibt es die Section Control bereits seit Jahren. Während dort das Abfotografieren der Autos beim Einfahren und Verlassen des kontrollierten Abschnitts für den Datenschutz kein Problem darstellt, wurde in Deutschland zunächst untersucht, was dabei unter diesem Aspekt zu beachten ist. Scharf geschaltet werden soll die neue Anlage an der B6 erst nach einem Testbetrieb. Während der Erprobung sollen Schilder auf die Überwachung hinweisen. Auf der stark befahrenen Straße drücken Autofahrer oft und gerne aufs Gas.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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