Osterfeuer: Vorfreude und leise Kritik

+
Unter die begeisterung für Osterfeuer mischt sich mittlerweile auch leise Kritik.

Hannover/Osnabrück/Bremen - Knisternde Flammen, Bratwurstduft, Glühwein und Bier: Am Wochenende werden in Niedersachsen und Bremen wieder zahlreiche Osterfeuer brennen.

In die allgemeine Vorfreude auf das traditionsreiche Ereignis mischen sich jedoch auch Misstöne. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, denken einige Städte über schärfere Restriktionen, Osnabrück gar über ein generelles Verbot von Osterfeuern nach.

In der Friedensstadt wurden in diesem Jahr neben sechs öffentlichen auch 103 private Feuer genehmigt. „Möglicherweise werden wir die Osterfeuer nächstes Jahr komplett verbieten, entsprechende Gespräche im Stadtrat laufen“, erklärte Bernd Früchel von der Stadt Osnabrück. Vor allem private Feuer stehen in der Diskussion. Es gehe nicht darum, die Menschen um ihren Brauch zu bringen. „Aber es stört, wenn im Garten fünf Leute ein Feuer abbrennen“, sagte Früchel. In den bebauten Ortsteilen und der Innenstadt herrscht schon jetzt ein striktes Abbrennverbot. Grund dafür ist nach Angaben der Stadt die Bildung von Feinstaub und die Belästigung der Anwohner.

Auch in Ostfriesland ist die beliebte Tradition in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten. „Diese Brauchtumsfeuer sind zunehmend zu einer getarnten Abfallverbrennung mutiert“, sagte Landkreis- Sprecher Manfred Galka. Eine solche Umweltgefährdung sei ein Straftatbestand und werde streng geahndet. Vielfach würden überdies eindeutige Verordnungen missachtet. In einer Gemeinde sei ein Osterfeuer verboten worden, das 6 Meter breit, 2,5 Meter hoch und 60 Meter lang an einem Weg aufgeschichtet wurde. Die Beschränkung von 150 Kubikmetern sei dabei mit 900 Kubikmetern drastisch überschritten worden.

Auf die Einhaltung der Vorgaben wird auch in Braunschweig, wo 66 Feuer angemeldet wurden, geachtet. Sie können nicht in jedem Garten angezündet werden. „Der öffentliche Charakter ist ein wesentlicher Bestandteil des Brauchtums“, sagte Stadtsprecher Adrian Foitzik. Vor allem dürften Osterfeuer nicht für die Abfallbeseitigung missbraucht werden.

In Bremen hat die Zahl der privaten Osterfeuer abgenommen. „Schon im letzten Jahr waren es deutlich weniger. Wir achten umweltbedingt diesmal sehr genau darauf, dass zu Häusern ein Abstand von 200 Metern besteht“, sagte Uwe Papencord vom Bremer Stadtamt. Mit 74 öffentlichen und 27 privaten Feuern ist die Hansestadt aber trotzdem noch eine Osterfeuer-Hochburg. Die „Zentrale“ liegt am Weserstrand. Veranstalter Dieter Stratmann rechnet dort mit mehr als 5000 Besuchern - wenn das Wetter mitspielt: Bei mehr als Windstärke fünf gibt es kein Osterfeuer.

In Hannover, wo 49 Feuer angemeldet wurden, werden die geäußerten Umweltbedenken nicht so gesehen. „Wenn an Silvester 100 000 Menschen Silvesterknaller zünden, gibt es viel mehr Feinstaub als beim Osterfeuer“, sagte Karlheinz Utgenannt von der Stadt Hannover. Auch in Göttingen denkt man nicht über ein Verbot oder strengere Auflagen nach. „Die Osterfeuer machen die Leute doch für sich. Es hat sich noch niemand beschwert“, sagte ein Sprecher.

In den kleineren Städten ist die Begeisterung ebenfalls ungebrochen. Sieben Feuer gibt es etwa in Bad Harzburg. Allerdings dürfen die Flammen dort nicht in Naturschutzgebieten oder auf Flächen besonders geschützter Biotope entfacht werden. In Lüneburg entzünden vor allem Kleingarten- und Sportvereine, Parteien sowie die Orts- Feuerwehr die 27 Osterfeuer. Sie müssen öffentlich sein und in der Presse angekündigt werden. Acht allgemein zugängliche Feuer veranstalten die Feuerwehren in der Elbestadt Bleckede und den umliegenden Dörfern: Jeder Bürger kann sein Holz zum Feuerplatz am Dorfrand bringen. Dort wird es von Feuerwehrleuten aufgeschichtet und Samstagabend angezündet.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare