Osnabrück kommt auf den Hund

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Einfallsreich: An Kleiderbügeln hängen verschiedene Hundebilder.

Osnabrück - Mehr als fünf Millionen Hunde werden derzeit in Deutschland gehalten, in 13,4 Prozent aller Haushalte hat es sich der Vierbeiner mehr oder weniger gemütlich gemacht. Doch Hunde gehören nicht einfach zum Inventar.

Sie sind Freunde, treue Begleiter, Beschützer und mitunter eine Gefahr für die Allgemeinheit. Ist der Hund also im Grunde auch nur ein Mensch? Mit dieser Frage beschäftigen sich vom kommenden Wochenende an bis zum Dezember 2010 die großen Kultureinrichtungen der Stadt Osnabrück. Das bislang einzigartige Kooperationsprojekt finanziert wesentlich das Land Niedersachsen.

„Wir wollen eine vielfältige, sehr unterhaltsame, aber auch kritische Informationspolitik zum Thema Hund betreiben. Außerdem soll mit einem populären Kulturvorhaben dieser Größenordnung natürlich auch überregionale Strahlkraft entfaltet werden“, erklärt Dietmar Grote, Direktor des Naturkundemuseums am Schölerberg. Hier sind vom 1. November bis zum 2. Mai 2010 die Ausstellungen „Wölfe“ und „mopsmobil - wie der Hund die Welt bewegt“ zu sehen. Sie bilden den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Der Hund ist auch nur ein Mensch“.

Halsbänder aus Eisen gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

Die Ausstellungen am Schölerberg, die vom Naturkundemuseum Görlitz und dem ethnologischen Seminar der Universität Münster erarbeitet wurden, beschreiben das Spannungsfeld zwischen Wildtier, Mensch und Zivilisation, aber auch skurrile Aspekte des Themas, wie etwa die aktuelle Produktpalette, die für den geliebten Vierbeiner angeboten wird. Sie reicht von Kunstnerzen und Biokeksen über Regencapes mit Kapuzen und Leuchtstreifen bis zu Hundebier auf Rinderbrühebasis. „Arno - Sitz!“ (7. Februar bis 18. April 2010) heißt es dagegen in der Villa Schlikker, wo sich alles um die vielfältigen Dienste dreht, die Hunde kranken oder behinderten Menschen leisten.

Das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum widmet sich einer bislang kaum erforschten Beziehung zwischen Hund und Mensch. Unter dem Titel „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ (27. Januar bis 3. Mai 2010) dokumentiert das Zentrum die Rolle von Hunden im Ersten und Zweiten Weltkrieg bis hin zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen unserer Zeit. Im Felix-Nussbaum-Haus bietet der hintergründige Witz jüdischer Künstler reichlich Anlass, sich mit einem eigenen Beitrag an dem Kulturprojekt zu beteiligen. Die Werkschau „Fils de Chien“ (21. Februar bis 24. Mai 2010) zeigt unter anderem Bilder von Lucian Freud und Pavel Feinstein.

Die Stadtbibliothek wirbt derweil mit der Kunstausstellung „Ich wollt, ich wäre dein Hund“ von Rudi Hurzlmeier. Sie wurde von Harry Rowohlt mit Texten unterlegt die er im April 2010 in Osnabrück vorstellen wird. „Walking the dog - wenn die Kunst auf den Hund kommt“ (16. Oktober - 8. Dezember 2010) lautet das Motto in der Kunsthalle Dominikanerkirche, wo berühmte Gemälde, aber auch Cartoons und Comics zu sehen sind. Ein spezieller „Dogwalk“ lädt die Besucher ein, mit dem eigenen Hund über einen Laufsteg zu flanieren und sich dabei ablichten zu lassen. Die Fotos werden im Rahmen eines „Dogday“ ins Internet gestellt.

Zu den großen Ausstellungen gibt es zahlreiche Begleitveranstaltungen. So werden zwei Grundschulklassen in der Musik- und Kunstschule im Rahmen einer offenen Druckwerkstatt ein Buch zum Thema „Ein Hund erzählt“ sowie ein „Hunde-Sachbuch“ schreiben. Das Theater Osnabrück bietet gleich mehrfach ein Konzert für junge Zuhörer an. Auf dem Programm steht - wie kaum anders zu erwarten - Sergej Prokowjew symphonisches Märchen „Peter und der Wolf“.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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