Was durch Studien bekannt ist

Omikron: Führt Corona-Variante zu Long Covid?

Über Long Covid ist bereits einiges bekannt. Entsprechende Corona-Studien gehen jedoch nicht auf Omikron ein. Welche gesundheitlichen Schäden gibt es hier?

New York City (USA) – Das Aufkommen und die enorme Verbreitung von Omikron* beschäftigen Forscher weltweit. Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass die Corona-Variante sich zwar leichter auf den Menschen überträgt*, die Gesundheit jedoch weniger beeinträchtigt als beispielsweise die Delta-Variante. Doch sind schwere Verläufe und Langzeitfolgen, sprich Symptome von Long Covid, nach einer Corona-Infektion für Betroffene grundsätzlich ausgeschlossen?

Long Covid trotz Booster: Kann Omikron zu Langzeitfolgen führen?

Die Omikron-Variante wurde erstmals Ende November 2021 entdeckt. Seitdem beschäftigen sich Mediziner, Virologen und Wissenschaftler intensiv mit Struktur, Verbreitung und dem gesundheitlichen Einfluss der Corona-Variante auf den menschlichen Körper. Noch ist es jedoch zu früh, um valide Informationen über Long-Covid-Folgen, verursacht durch Omikron, aufzustellen.

Wer unter Long Covid leidet, muss sich mitunter mühsam ins Leben zurückkämpfen. (Symbolbild)

Wie die „New York Times“ unter Berufung auf wissenschaftliche Erhebungen berichtet, sind die grundlegenden Symptome bei einer Omikron-Infektion jedoch identisch mit denen bei anderen Corona-Varianten. Dementsprechend können gesundheitliche Langzeitfolgen per se auch nicht ausgeschlossen werden.

Studien hätten nämlich ergeben, dass Infizierte auch bei früheren Corona-Wellen zum Teil nur leichte Symptome aufgewiesen hätten. Hieraus habe sich in mehreren Fällen nämlich Long Covid entwickelt, das für mehrere Monate anhielt.

Long Covid trotz Booster: Können Impfstoffe vor Corona-Langzeitfolgen schützen?

Vielleicht, Gewissheit besteht nicht. Grundsätzlich schützen Impfstoffe Menschen davor, sich mit dem Coronavirus zu infizieren* beziehungsweise im Fall eine Infektion davor, nicht durch das Virus zu sterben. Um Long Covid und den damit verbundenen Schäden der Gesundheit zu entgehen, empfiehlt es sich also, sich impfen zu lassen. Auch, wenn keine absolute Gewissheit besteht.

Was meint Long Covid?

Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert „Long Covid“ als längerfristige, gesundheitliche Schäden, die infolge einer Covid-19-Erkrankung auftreten können. Die daraus resultierenden Beeinträchtigungen können bereits in der akuten Erkrankungsphase auftreten – oder erst Wochen oder Monate nach der Corona-Infektion.

Welche Long-Covid-Symptome sind bekannt?

Als Symptome gelten Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, kognitive Beeinträchtigungen, depressive Verstimmungen sowie Schlaf- und Angststörungen.

Denn es muss auch bilanziert werden, dass Corona-Impfstoffe bislang nicht so gut vor einer Omikron-Infektion schützen wie erhofft. Tatsächlich sind auch Impfdurchbrüche zu verzeichnen. Bedeutet: Obwohl eine Person geimpft ist und möglicherweise schon ihre Booster-Impfung* erhalten hat, kann sie sich weiterhin mit Omikron infizieren.

Corona-Studie: Geimpfte mit Impfdurchbruch sind weniger anfällig für Symptome von Long Covid

Studien, die sich mit Long Covid von bereits geimpften Personen beschäftigen*, haben meistens Daten zusammengetragen, die vor dem Ausbruch der Delta-Variante* erhoben worden – und damit auch vor der Entdeckung von Omikron. Eine große, im „Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichte Studie, beschäftigte sich mit mehr als 1,2 Millionen erwachsenen Briten, die mindestens eine Impfung gegen Corona zwischen Dezember 2020 und Juli 2021 erhalten hatten.

Das Resultat: Personen, die bereits zweimal geimpft waren und sich mit einem Impfdurchbruch konfrontiert sahen, waren nur halb so anfällig für Corona-Symptome, die mindestens noch 28 Tage nach der Infektion anhielten, als es bei Ungeimpften der Fall war. Fünf Prozent derer, bei denen es zum Impfdurchbruch* kam, hätten laut der Studie mit anhaltenden Symptomen zu kämpfen gehabt.

Long Covid trotz Booster: Risiko für lang anhaltende Symptome sinkt, wenn Personen sich schnell nach ihrer Corona-Infektion impfen lassen

Eine weitere große Studie, erhoben von Arcadia, eine Firma zur Datenanalyse im Gesundheitswesen, sowie von „Covid Patient Recovery Alliance“, einer Zusammenarbeit von führenden Gesundheitsexperten der US-Regierung und im privaten Sektor, ergab Folgendes:

Personen, die zumindest einmal geimpft waren, bevor sie sich mit Corona infizierten, waren sieben- bis zehnmal weniger anfällig für zwei oder mehr Symptome von Long Covid nach zwölf bis 20 Wochen später. Eine weitere Erkenntnis: Wenn Personen nach ihrer Corona-Infektion ihre erste Impfung erhalten haben, ist auch hier die Wahrscheinlichkeit geringer, Long Covid zu entwickeln.

Der Studie zufolge gilt: Umso schneller sich die Infizierten nach ihrer Corona-Infektion impfen ließen, desto geringer fiel auch das Risiko von lang anhaltenden Long-Covid-Symptomen aus.

Studie zu Long Covid: Geimpfte mit Corona-Infektion könnten weniger Symptome aufweisen als Ungeimpfte

Bleibt eine dritte Studie vom Cold Spring Harbor Laboratory. Die Forschungsinstitution verglich rund 10.000 geimpfte Personen mit einer ähnlichen Zahl an Menschen, die nicht gegen Corona geimpft waren, aber eine Grippeimpfung erhalten hatten. Das Ergebnis dieser Studie: Personen, die vor ihrer Infektion gegen Corona geimpft waren, wiesen kein verringertes Risiko für die meisten Symptome von Long Covid auf.

Was ist ein Impfdurchbruch?

Kommt es trotz einer Impfung gegen Corona zu einer Covid-19-Erkrankung, spricht das Robert Koch-Institut (RKI) vom sogenannten „Impfdurchbruch“. Konkret formuliert es das RKI wie folgt: „Ein Impfdurchbruch liegt vor, wenn bei einer vollständig geimpften Person eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion mit Symptomatik festgestellt wird“.

Laut den Autoren könnte aus den Daten abgeleitet werden, dass Geimpfte zumindest ein geringeres Risiko für lang anhaltende Probleme wie abnormales Atmen oder Schwächung der kognitiven Fähigkeiten aufweisen. Diese Ergebnisse seien statistisch jedoch nicht gesichert.

Helfen Corona-Impfstoffe, wenn bereits Long Covid vorliegt?

Vor dem Ausbruch der Delta-Variante hätten einige Corona-Patienten mit Long Covid angegeben, dass sich durch die danach erfolgte Corona-Impfung Symptome wie Atembeschwerden, Gelenkschmerzen oder kognitive Probleme verbessert hätten. Wie aber verhält es sich bei einer Impfung, wenn Long Covid durch Omikron verursacht wurde?

Auch hierzu wurde bereits eine Studie erhoben. Das britische „Office for National Statistics“ untersuchte Daten von Personen zwischen 18 und 69 Jahren, die ihre Symptome zwischen Februar und September 2021 gemeldet hatten. Bereits die erste Spritze gegen Corona hätte die Wahrscheinlichkeit von mit Long Covid verbundenen Symptomen um 13 Prozent gesenkt.

Die zweite Impfung hätte die Wahrscheinlichkeit um weitere neun Prozent reduziert. Aus wissenschaftlicher Sicht, so schreibt es die „New York Times“, würde es durchaus Sinn ergeben, dass Impfungen manchen Menschen mit einer Long-Covid-Erkrankung helfen könnten.

Was sind die Gründe für Long Covid?

Eines steht auf jeden Fall fest und hat sich nicht erst durch das enorme Omikron-Aufkommen geändert: die Gründe für Long Covid sind weiterhin unklar. Verschiedene Symptome können bei unterschiedliche Patienten auch aus den unterschiedlichsten Gründen resultieren. Ein Mysterium, das wohl erst durch weitere Forschungen geklärt werden kann. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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