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Olaf Lies will jeden 10. Wolf in Niedersachsen abschießen lassen

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Von: Yannick Hanke

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Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) guckt skeptisch zur rechten Seite. Ein Wolf schaut wiederum zur linken Seite.
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) will jeden 10. Wolf in Niedersachsen abschießen lassen. ©  Sina Schuldt/dpa/imago/Montage

Der Wolf bleibt in Niedersachsen ein Streitthema. Nun bringt Umweltminister Olaf Lies (SPD) eine Abschussquote und eine Begrenzung auf 500 Tiere ins Spiel.

Hannover – In Bezug auf das Thema Wölfe in Niedersachsen findet Umweltminister Olaf Lies (SPD) klare Worte. „Man darf den Wolf nicht vermenschlichen“, sagte der Sozialdemokrat im Rahmen einer Fachtagung in Visselhövede (Landkreis Rotenburg). Auch bei einem jährlichen Abschuss von zehn Prozent würde die Population noch immer steigen, merkte Lies in diesem Kontext an.

Wölfe in Niedersachsen: Olaf Lies (SPD) will jedes 10. Raubtier in seinem Bundesland abschießen lassen

Sollte der Herdenschutz nicht greifen, müsse konsequent gehandelt werden. Schließlich vertrage das Land Niedersachsen nicht mehr als 500 Wölfe, gab Olaf Lies zum Besten. Aktuell leben etwa 400 Wölfe in Niedersachsen, dagegen wollte übrigens auch ein Schäfer eigenmächtig mit Waffengewalt vorgehen. Indes forderte der Landtagsabgeordnete und Rotenburger Kreistagspolitiker Marco Mohrmann (CDU) bei der Veranstaltung gar wolfsfreie Zonen. In dieser Hinsicht könne sich Niedersachsen skandinavische Länder zum Vorbild nehmen, wo Abschüsse von Wölfen klarer geregelt seien.

Stellvertretend für Weidetierhalter und Jäger setzt sich derweil Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers für eine sofortige Bestandsregulierung und einen höheren Schadenersatz ein. Seiner Ansicht nach würden zum „aktiven Wolfsmanagement“ auch gezielte Abschüsse gehören. Und zwar „nicht nur für die Abwehr von Gefahren für Menschen“, sondern eben auch zum Schutz von Weidetieren wie auch zur Erhaltung von Weidelandschaften und zum Schutz des übrigen Tierartenspektrums.

Wolfspopulation vermehrt sich jährlich um 30 Prozent – Raubtiere bereits ins Jagdrecht aufgenommen

Aktuell würden sich die Wölfe jährlich um 30 Prozent vermehren, hieß es von Sebastian Kuhlmann, Geschäftsführer des „Aktionsbündnisses aktives Wolfsmanagement“. Vor vielen Jahren sei es noch undenkbar gewesen, dass der Wolf an die Küste kommt. Mittlerweile sei das aber längst Realität. „Wir wollen unsere Kulturlandschaft nicht mit Zäunen verschandeln“, sagte Kuhlmann.

Mit der bereits erfolgten Aufnahme vom Wolf ins Jagdrecht habe man in Niedersachsen schon ein Ziel erreicht. Nun müsse es in nächster Instanz um die Entbürokratisierung und weitere Schritte auf EU-Ebene gehen.

44 Wolfsrudel und vier Einzeltiere in Niedersachsen bestätigt

Am Freitagabend, 30. September 2022, wollen Weidetierhalter in Niedersachsen auf ihre Situation mit Mahnfeuern aufmerksam machen. „Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, hieß es in diesem Zusammenhang von Wendelin Schmücker, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Neben Brandenburg und Sachsen ist Niedersachsen übrigens das Bundesland, in dem die meisten Wölfe gezählt wurden. Laut dem Wolfsmonitoring sind aktuell 44 Rudel und vier Einzeltiere bestätigt. Demnach gab es in 30 Rudeln Nachwuchs von mindestens 63 Welpen. Zu kämpfen haben vor allem die Schafhalter mit der Wiederansiedlung der Raubtiere, da sie oftmals um ihre Existenz kämpfen. In den vergangenen Jahren wurden landesweit 700 bis 800 gerissene Nutztiere pro Saison gemeldet, darunter vor allem Schafe, Rinder und Ziegen.

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