Keine akute Gefahr

Verbrennungsasche illegal entsorgt

Nordhorn - Die Betreiber einer Müllverbrennungsanlage und eines Entsorgungsbetriebs haben wahrscheinlich Verbrennungsrückstände im großen Stil illegal entsorgt. Die Rückstände sind zwar ungefährlich, Umweltstaatssekretärin Kottwitz kündigt aber Untersuchungen an.

Eine akute Umweltgefährdung gibt es nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht. Eine von der Staatsanwaltschaft Osnabrück in Auftrag gegebene Grundwasseranalyse habe bei zwei von fünf Proben zwar die Metalle Nickel und Kupfer nachgewiesen. „Sie sind von der Menge her aber völlig ungefährlich“, sagte am Dienstag die Staatssekretärin im Landesumweltministerium, Almut Kottwitz, in Nordhorn. Dennoch sei das Verhalten der verantwortlichen Firmen unverantwortlich. „Das ist eine Sauerei“, sagte Kottwitz. Sie kündigte weitere Untersuchungen an.

Die Betreiber der Müllverbrennungsanlage und eines Entsorgungsbetriebs im deutsch-niederländischen Gewerbegebiet Europark in Emlichheim sollen seit 2008 Verbrennungsrückstände zum Teil illegal entsorgt haben - etwa, indem deutlich mehr Asche als erlaubt bei Bauprojekten als Füllmaterial verwendet wurde. Die Staatsanwaltschaft und das Gewerbeaufsichtsamt in Osnabrück ermitteln seit dem Frühjahr. Das Material gelte rechtlich als nicht gefährlicher Abfall, sagte ein Experte des Umweltministeriums.

Es gibt nach Angaben von Kottwitz die Genehmigung, 60 000 Tonnen Asche auf dem Betriebsgelände zu lagern. Das Unternehmen lagerte dort aber 120 000 Tonnen. 70 000 Tonnen seien bislang in die Niederlande abtransportiert worden. „Die Firma hat uns versprochen, bis Januar oder Februar auch den Rest wegzuschaffen“, sagte Kottwitz.

Bei Baumaßnahmen sind nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler 260 000 Tonnen Aschen und Schlacken verbuddelt worden. Genehmigt gewesen sei lediglich die Verwendung von 70 000 Tonnen als Baumaterial. Für die Beseitigung des Schadens müssten die betroffenen Firmen aufkommen.

Die Betreiber hätten zugesagt, nun die rechtmäßige Entsorgung zu übernehmen, sagte der Landrat des Kreises Grafschaft Bentheim, Friedrich Kethorn (CDU). „Zumindest das verbale Versprechen haben wir.“

Quelle: kreiszeitung.de

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