In niedersächsischen Städten bleibt an Silvester der Himmel dunkel

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Silvesterfeuerwerk: Wenn aus einer kleinen Ursache ein großer Schaden wird.

In immer mehr niedersächsischen Städten bleibt der Himmel in der Silvesternacht dunkel. Zum Schutz ihrer historischen Bausubstanz vor Bränden haben viele Kommunen ein striktes Verbot von Feuerwerk ausgesprochen. Auch in Bremen ist Feuerwerk in der Silvesternacht nur begrenzt erlaubt.

So informiert die Gewerbeaufsicht des Landes Bremen: "Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 (Feuerwerkskörper) mit ausschließlicher Knallwirkung dürfen nur in der Zeit zwischen 18 Uhr am 31. Dezember 2010 und 1 Uhr am 1. Januar 2011 abgebrannt werden. In einem Umkreis von 150 Meter um das Bremer Rathaus, von Reet- und Fachwerkhäusern, Tanklagern sowie in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie im Hafengebiet ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Raketen verboten. In einer Entfernung von weniger als 1,5 km von der Begrenzung von Flugplätzen dürfen Raketen während der Betriebszeit des Flugplatzes nicht abgebrannt werden. Generell ist es verboten, Seenotsignalmittel zu abzubrennen."

Die Einhaltung des Verbotes innerhalb der Stadtwälle und Mauern soll kontrolliert werden. Streifenwagenbesatzungen werden nach Polizeiangaben in der Silvesternacht jedoch häufig durch Böller attackiert. Deshalb appelliert die Polizei auch an die Eigenverantwortung der Bürger.

Die meisten Städte begründen ihre Empfehlung - Tischfeuerwerk und Bleigießen statt Böller und Raketen - mit der neuen Verordnung zum Sprengstoffgesetz vom Oktober dieses Jahres. Innerhalb von Fachwerkstädten gilt dieses Verbot sogar ganzjährig.

Menschen auf der ganzen Welt begrüßen das neue Jahr

So begrüßen die Menschen das neue Jahr

Hameln habe nicht etwa Angst, „durch den Krach die Ratten aus den Löchern zu jagen“, sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes. Bisher war das Abbrennen von Feuerwerk nur in der Nähe von Kinder- und Altenheimen oder Krankenhäusern aus Gründen des Lärmschutzes verboten. „Da wir das in der Altstadt nicht haben, konnte bisher geballert werden.“

Jetzt steht im Gesetz, dass Fachwerkstädte vor fehlgeleiteten Feuerwerkskörpern zu schützen seien. Deshalb konnte die Stadt das Verbot aussprechen. Der Goslarer Oberbürgermeister Henning Binnewies (SPD)erklärte: „Der Schutz der zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Altstadt hat Vorrang vor dem privaten Interesse des Einzelnen.“ In der Silvesternacht keine pyrotechnischen Gegenstände abzubrennen, sei nur ein „geringfügig eingeschränktes Vergnügen“.

In Goslar war vor vier Jahren ein Millionenschaden entstanden, nachdem Raketen drei Gebäude in Brand gesetzt hatten. In Osterode hatten Feiernde vor einem Jahr sogar noch die Feuerwehr während der Löscharbeiten in der Altstadt mit Knallkörpern beworfen.

Nachdem im April 2009 zu beobachten war, wie in kurzer Zeit ein in einer Garage ausgebrochenes Feuer sieben bis zu 200 Jahre alte Fachwerkhäuser in Northeim vernichtet hatte, wurde auch dort ein Verbot ausgesprochen. In Hann.Münden mit seinen mehr als 450 Fachwerkhäusern besteht seit mehreren Jahren ein Feuerwerksverbot. Ohne Böller und Raketen feiern seit einigen Jahren auch Bovenden bei Göttingen und Wolfenbüttel.

In Göttingen ziehen die Bürger nach Angaben der Stadtverwaltung jedoch auch in diesem Jahr wie bisher mit ihren Sektflaschen und Böllern vor das über 700 Jahre alte Rathaus in der Altstadt, um lärmend zu feiern.

In Hildesheim wird in der Stadt geknallt, im Landkreis bleibt es leise. Ruhe herrscht auch im Nationalpark Harz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Nicht nur auf dem Brocken, sondern auf allen anderen Flächen gibt es ein Feuerwerksverbot. „Schon für uns Menschen“, begründet dies Nationalparksprecher Friedhard Knolle, „ist Feuerwerk oft unerträglich laut. Die Knallerei ist eine akustische Folter für die freilebende Tierwelt.“

Symbolbild Huk Coburg

Quelle: kreiszeitung.de

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