Bundesregierung entscheidet später über Hilfen

Landwirte befürchten Milliardenschaden durch Hitze

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Die Ernte könnte noch geringer ausfallen als bislang angenommen.

Hannover - Niedersachsens Landwirtschaft befürchtet durch die große Dürre in diesem Sommer Verluste von weit über einer Milliarde Euro.

Die anhaltende Hitze dürfte den Verlust beim Produktionswert noch weiter steigern, sagte Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie. Nach dem weitgehenden Abschluss der Getreideernte will der Bauernverband am Dienstagvormittag in Hannover Schätzungen zu den bisherigen Folgen der Sommerhitze präsentieren. Er hat dazu an seiner Basis nachgefragt, wie die Erwartungen bei Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben aussehen. 

Am gleichen Tag treffen sich auch Vertreter von Bund und Ländern in Berlin, um über die Folgen der Dürre für die Bauern zu beraten. Dieses Treffen auf Arbeitsebene ist jedoch nach Angaben einer Behördensprecherin nur eine „erste Bestandsaufnahme“. Erst ab Ende August will die Bundesregierung über zusätzliche Hilfen für die Bauern wegen der großen Hitze und Trockenheit in Teilen Deutschlands entscheiden. Dann liege der vollständige Erntebericht vor. 

Die Lage gelte als besorgniserregend. Zunächst liegt die Zuständigkeit für die Unterstützung aber bei den Bundesländern, hieß es. Der Bauernverband warnt seit Wochen, dass die Dürre in Teilen Deutschlands die Existenz von Bauern bedroht, zumal auch die Ernte von Gras als Tierfutter schlecht ausfällt. 

Die ökologisch orientierte Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft will die gesamte Ernährungsbranche in die Pflicht nehmen, damit die Landwirte mehr Geld für ihre Produkte bekommen. In einem Offenen Brief hatte sie Molkereien, Schlachthofunternehmen, Lebensmittelketten und den Getreidehandel am Montag zur Solidarität aufgefordert. Sie sollten „ein sehr deutliches Zeichen für faire Erzeugerpreise“ setzen.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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