Neue Corona-Verordnung

Weihnachtsmärkte: Niedersachsen erarbeitet Regeln für die Winterzeit

Weihnachtsmarkt
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Mit der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen sollen auch Regeln festgelegt werden, wie die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden können.

Großes Thema der Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs war in dieser Woche die Änderung der Corona-Verordnung, die die Regeln für das Stattfinden von Weihnachtsmärkten beinhalten soll.

Hannover – In der wöchentlichen Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs Niedersachsen äußerte sich Krisenstabsleiter Heiger Scholz (SPD) zur geplanten Änderung der Corona-Verordnung. In der wird es, nach seiner Aussage, ausschließlich darum gehen, wie die Herbst- und Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden können. Bereits in der vergangenen Woche teilte eine Regierungssprecherin in Hannover mit, dass eine Änderung kommen soll, die den Besuch von Herbst- und Weihnachtsmärkten ermöglichen* soll.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:8.003.421 (31. Dezember 2020)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
Gesundheitsministerin:Daniela Behrens (SPD)

Die Änderung sei in der Verbandsbeteiligung, so Scholz. Auch gebe es bereits einige Stellungnahmen. Bis Weihnachten sei es noch eine Weile hin und man wolle alles sorgfältig auswerten. Am Donnerstag solle der neue Entwurf im Sozialausschuss vorgestellt werden, der neben der Thematik Weihnachtsmarkt nur einige kleine, davon unabhängige Änderungen vorsieht, erklärte der Krisenstabsleiter. Sprecherin Anke Pörksen ergänzte, dass die neue Verordnung, sofern es keine Änderungswünsche mehr gebe, möglicherweise am Donnerstagabend bereits veröffentlicht werden könne. Ansonsten aber am Freitag, sodass sie Samstag in Kraft trete.

Den richtigen Weg für Weihnachtsmärkte finden

„Die Regelungen, die wir drin hatten, gingen auf die Ideen der Schausteller zurück“, erklärte Scholz. Die Kommunen hätten aber andere Ideen. Das sei ein normaler Prozess, dessen Ergebnis sich in der Entwicklung befindet. Viel konnte Scholz daher auch noch nicht zur neuen Verordnung sagen. Zu den Herbst- und Weihnachtsmärkten gab es aber die Hinweise, dass sie grundsätzlich mit 2G- und 3G-Regeln – „im Kern 2G“, so Scholz – stattfinden werden. Die Überlegungen umfassen zudem den Abstand der Stände auf dem Markt zueinander sowie die Frage nach einer Zugangsüberwachung. Da gebe es unterschiedliche Vorstellungen. Scholz betonte aber, dass der Alkoholausschank erlaubt sein werde. Das wäre theoretisch auch im vergangenen Jahr möglich gewesen. „Ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist kein Weihnachtsmarkt“, sagte Scholz, wenn auch nicht als erster.

Die Regierungssprecherin betonte, dass es bei der Debatte nicht um ein „der eine gegen die anderen“ ginge. „Wir möchten für alle Beteiligten eine gute und praktikable Lösung. Für Besucher, Schausteller und Kommunen, die den Markt genehmigen müssen“, so Pörksen. Bei dem Vorschlag der Landesregierung sei bereits eine Bändchen-Regel mit enthalten gewesen, wie es sie derzeit an der Leibniz Universität Hannover* gibt. Derzeit befänden wir uns noch zu Beginn der kälteren Jahreszeit und es bleibe zu befürchten, dass die Zahlen wieder hochgehen. Mit den Weihnachtsmärkten würde vielleicht die Phase beginnen, in der auch die Zahlen in den Krankenhäusern wieder hochgehen.

Ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist kein Weihnachtsmarkt.

Corona-Krisenstabsleiter Heiger Scholz

Genaueres gab es zur neuen Verordnung nicht zu hören. Scholz bat um Geduld. Man müsse nicht darüber spekulieren, welche Folgen Regeln haben könnten, die möglicherweise gar nicht in Kraft treten. Seine Aussage bezog sich auf eine Nachfrage, wie beispielsweise Bändchen als 2G- oder 3G-Nachweise kontrolliert werden könnten.

Die Impfquote: Wie die Entwicklung im Winter die Dauer der Pandemie beeinflussen kann

Mit den Herbstferien vor der Tür kam auch die Frage nach der Maskenpflicht in Schulen auf. Anke Pörksen erklärte dazu, dass eine Entscheidung dazu noch ausstehe. Man werde sich zunächst die Entwicklung zwei Wochen nach den Herbstferien angucken. „In der ersten Woche wird täglich wieder getestet, dann schauen wir uns die Zahlen wieder an und dann würden wir uns entscheiden, ob wir auf eine Maskenpflicht verzichten können.“

Heiger Scholz (SPD), Leiter des Krisenstabes zur Corona-Pandemie des Landes Niedersachsen, konnte noch keine absoluten Aussagen zu Regeln auf den Weihnachtsmärkten machen. (Archivbild)

Ein Thema der Pressekonferenz war auch die Impfquote. Mit der Schließung der Impfzentren seien die Zahlen nicht mehr tagesaktuell. Die Meldungen durch die Ärzte erfolgen nicht täglich, wie es in den Zentren der Fall war. Pörksen erklärte jedoch, dass sie nicht verloren seien, sondern nur nicht mehr tagesaktuell sind. Von den mobilen Teams seien bereits 39 von 45 als einsatzbereit gemeldet, sagte Scholz, wenngleich vermutlich noch nicht alle mit voller Zahl besetzt seien. Dass sich die Meldungen verzögern, sei zwar nicht schön, so Scholz, aber „letztlich hilft die Impfung und nicht die Meldung über die Impfung.“

Letztlich hilft die Impfung und nicht die Meldung über die Impfung.

Corona-Krisenstabsleiter Heiger Scholz 

Insgesamt könnten rund zehn bis elf Prozent der Menschen nicht geimpft werden. Dabei handele es sich um Kinder oder Menschen, die aus medizinischen Gründen die Impfung nicht erhalten, erklärt Pörksen. Es gebe also rund 20 Prozent der Bevölkerung, die sich noch impfen lassen könnten*. Wie viele das nun tatsächlich noch tun, könne auch entscheidend für die Dauer der Pandemie sein.

Es gebe eine besonders hohe Impfquote in den Ländern, in denen während der Pandemie besonders viele Menschen schwer erkrankt oder gestorben sind, sagte Pörksen. Als Beispiel nannte sie Portugal. „Wenn im Winter bei uns weniger erkranken, hat das den negativen Nebeneffekt, dass sich auch weniger Leute impfen lassen wollen und die Pandemie insgesamt länger dauern wird“, führt sie aus. Ein härterer Winter, im Sinne von mehr Erkrankten, könne hingegen dazu führen, die Impfquote zu erhöhen. Beide Szenarien seien nicht schön, aber „wir sind einfach noch drin in der Pandemie“. *kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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