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Diese Kandidaten bei der Niedersachsen-Wahl 2022 sollte man kennen

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Von: Joshua Schößler

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Bei der heutigen Landtagswahl entscheiden die Bürger Niedersachsens über ihre Landesregierung. Welche Spitzenkandidaten treten zur Wahl an?

Hannover – Am 9. Oktober findet die Niedersachsen-Wahl 2022 statt. Neben der Erststimme, mit der eine Partei oder ein Wählerbündnis gewählt werden kann, entscheiden die Bürger Niedersachsens mit ihrer Zweitstimme über ihren Direktkandidaten. Doch welche Spitzenkandidaten der Parteien stehen überhaupt zur Auswahl und wofür stehen sie?

Niedersachsen-Wahl: SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil will Ministerpräsident bleiben

Stephan Weil von der SPD ist der derzeit amtierende Ministerpräsident Niedersachsens und tritt bei der diesjährigen Wahl erneut an. Der 1958 geborene Politiker ist von Beruf Jurist. Laut ihm gibt es in Niedersachsen vor allem großen Investitionsbedarf. Damit meint er insbesondere Krankenhäuser, Schulen und Hochschulen. So will er beispielsweise alle Schüler Niedersachsens mit kostenlosen Leih-Tablets ausstatten. Damit möchte Stephan Weil Chancengleichheit bei der Bildung erreichen.

Landtagswahl
Die Landtagswahl in Niedersachsen findet am 9. Oktober 2022 wieder statt. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Außerdem will er mit der Gründung einer Landeswohnungsbaugesellschaft den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum ermöglichen. Das ist sein wichtigstes Wahlversprechen. Derzeit regiert seine Partei im Bundesland mit der CDU. Es gilt als ausgemacht, dass diese Koalition möglichst nicht fortgeführt werden soll.

CDU schickt Bernd Althusmann in die Landtagswahl

CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann stellt Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes. Der 1966 geborene Politiker machte vor seiner politischen Laufbahn Karriere bei der Bundeswehr. Die Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen müsse besser werden. Das Programm sieht etwa eine Unterrichtsgarantie und die Ausbildung von 10.000 zusätzlichen Kita-Fachkräften bis zum Jahr 2027 vor. Mittelfristig sollen auch die Vorschulen wieder eingeführt werden.

Zudem plant Althusmann, die Ministerien neu zu ordnen. Aus dem Kultusministerium soll ein Kinder- und Jugendministerium werden, das Europaministerium soll durch ein Digitalministerium ersetzt werden. Zudem soll Familien der Haus- oder Wohnungskauf erleichtert werden, indem die Grunderwerbsteuer für sie ausgesetzt und ein Baukindergeld ausgelobt wird. Ein weiterer Punkt im Wahlprogramm ist die Bekämpfung der Clan-Kriminalität.

Christian Meyer und Julia Hamburg sind die Kandidaten von den Grünen

Die Grünen schicken gleich zwei Spitzenkandidaten ins Rennen. Christian Meyer ist im Jahr 1975 geboren und absolvierte vor seiner politischen Karriere ein Studium der Volkswirtschaftslehre. Julia Hamburg (geboren 1986) hingegen studierte Politikwissenschaften und Philosophie. Sie fordern insbesondere eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. So wollen sie beispielsweise ein Klimaticket einführen, um niedersachsenweit kostengünstig Busse und Bahnen nutzen zu können. Zudem sollen 1.000 Kilometer Radwege neu gebaut werden. Genau wie Weil wollen die beiden Spitzenkandidaten den Wohnungsbau mit einer Landesgesellschaft voranbringen. 

Dementsprechend fordern Meyer und Hamburg vor allem Investitionen für das Bundesland Niedersachsen. Die bisherige schwarz-rote Landesregierung habe „unseren Bestand kaputtgespart“, sagte Julia Hamburg. Mittelmaß reiche für Niedersachsen nicht aus.

Wofür sich Stefan Birkner von der FDP einsetzen will

Der Spitzenkandidat der FDP bei der Landtagswahl in Niedersachsen ist Stefan Birkner. Er ist 1973 geboren und arbeitete vor seiner politischen Karriere als Staatsanwalt und Richter. Er geht mit drei Themenschwerpunkten ins Rennen: Digitalisierung, Bildung und Wirtschaft. Außerdem schwebt der FDP ein „Modernisierungsfond“ vor, in dem jährlich 100 Millionen Euro Landesgelder für Projekte angelegt werden. Weitere FDP-Themen in Niedersachsen sind:

Stefan Marzischewski-Drewes tritt für die AfD an

Ein wichtiges Thema ist für den Arzt und Spitzenkandidaten der AfD, Stefan Marzischewski-Drewes, ist die Energie-Sicherheit. Der Spitzenkandidat ist dafür, Atomkraft- und Kohlekraftwerke weiterzunutzen, und die Energiesteuer zu senken. Zudem will er die Straßenausbau-Beiträge in Niedersachsen abschaffen, die die Kommunen teilweise erheben - um sie von Bürokratie zu entlasten, sagte Stefan Marzischewski-Drewes.

Die Inklusion an Schulen hält der Spitzenkandidat für gescheitert, er will die Förderschulen in Niedersachsen erhalten. Außerdem wird aus Sicht der AfD an Schulen und Kitas mit den Kindern zu viel über sexuelle Vielfalt gesprochen - es werde zunehmend verbrämte Ideologie gelehrt. Dabei sollte dort, wie er sagte, Bildung und nicht Haltung vermittelt werden. Außerdem ist die AfD gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner jetzigen Form. 

Die Linke schickt Jessica Kaußen ins Rennen zur Landtagswahl

Jessica Kaußen, die 1990 geborene Spitzenkandidatin der Linken, will sich für eine Verbesserung des Schulsystems in Niedersachsen einsetzen. So sollen beispielsweise 7000 neue Lehrkräfte eingestellt und die Schulsozialarbeit gestärkt werden. Zudem fordert Jessica Kaußen bezahlbaren Wohnraum, eine bessere medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger und Maßnahmen gegen die hohen Preise umsetzen. Finanziert werden soll all das, indem die Vermögenssteuer eingeführt wird. (Joshua Schößler)

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