Niedersachsen-SPD bestimmt ihren Spitzenkandidaten

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Machen das Rennen um den SPD-Spitzenkandidaten unter sich aus: Stephan Weil (links) und Olaf Lies

Hannover - Weil oder Lies - Wer wird Herausforderer von Niedersachsens Ministerpräsident McAllister? Nicht ein Parteitag, sondern die SPD-Basis entscheidet. Am Sonntagabend soll es eine Antwort geben.

Die Basis hat das Wort: Niedersachsens SPD hat am Sonntag ihre Mitglieder über den Spitzenkandidaten für die nächste Landtagswahl abstimmen lassen. Die 65 000 Parteimitglieder entscheiden, wer am 20. Januar 2013 gegen CDU-Ministerpräsident David McAllister antritt. Sie haben die Wahl zwischen SPD-Landeschef Olaf Lies (44) und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (52). Bis 13.00 Uhr gaben laut SPD mehr als 20 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die 563 Wahllokale sind bis 16.00 Uhr geöffnet.

Oberbürgermeister Weil gab seine Stimme am Vormittag in Hannover ab, Lies beteiligte sich in Sande (Kreis Friesland) an der Urwahl. Der Ausgang der Entscheidung gilt als offen, in den vergangenen Wochen war Weil als Favorit gehandelt worden. Ein vorläufiges Endergebnis wird am Abend erwartet, das endgültige Resultat am Montag.

Ein direkter Mitgliederentscheid über eine Spitzenkandidatur für eine Landtagswahl ist in einem Landesverband von der Größe der Niedersachsen-SPD nach Parteiangaben eine Premiere. Das Votum vom Sonntag soll bindend sein und nicht noch einmal von einem Parteitag bestätigt werden.

Das Rennen um die SPD-Spitzenkandidatur hatte nach den Kommunalwahlen Mitte September an Fahrt gewonnen. Zunächst hatte Lies seine Ambitionen öffentlich gemacht, einen Tag später zog Weil nach. Bis Mitte November hatten sich die beiden Kandidaten der Parteibasis auf sieben Regionalkonferenzen präsentiert.

Bei der letzten Veranstaltung in Oldenburg hatten beide Bewerber betont, dass die SPD von dem offenen Auswahlverfahren extrem profitiert habe. Weil ist seit fünf Jahren Oberbürgermeister von Hannover, Lies steht seit eineinhalb Jahren an der Spitze des SPD-Landesverbandes.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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