Große Unterschiede bei Müllgebühren

Niedersachsen machen jährlich 4,9 Millionen Tonnen Müll

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Jährlich fallen in Niedersachsen knapp 4,9 Millionen Tonnen Abfall an.

Hannover - Jährlich fallen in Niedersachsen knapp 4,9 Millionen Tonnen Abfall an. Ein Viertel davon ist nach der jüngsten Abfallbilanz für das Jahr 2011 Hausmüll, die Hälfte ist zum Recycling geeignet.

Pro Kopf fielen 156 Kilogramm Hausmüll, 35 Kilogramm Sperrmüll und 23 Kilogramm hausmüllähnliche Gewerbeabfälle an. Dabei nahm die Masse an Hausmüll nur gering um weniger als ein Prozent zu. Durchschnittlich gibt es ferner 150 Kilo Bioabfall pro Einwohner. An gefährlichen Abfällen kamen 5 Kilo pro Kopf zusammen. An Papier, Glas und Verpackungsmüll, der im Rahmen des Dualen Systems eingesammelt wird, gibt es im Landesdurchschnitt 63 Kilo je Einwohner.

Für die Müllabfuhr müssen die Menschen in Niedersachsen je nach Wohnort sehr unterschiedlich tief in die Tasche greifen. Kräftige Gebührensteigerungen sind in den letzten Jahren aber die Ausnahme geblieben, teilweise sanken die Kosten auch, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Was in der Gebühr für den Restmüll gleich mitenthalten ist oder gesondert abgerechnet wird, hängt auch vom System ab: In der Tonne oder im Sack, in einem festen Abfuhrrhythmus oder nur nach Bedarf mit Chip-Erfassung wird der Abfall eingesammelt.

Ein Streitthema ist die Müllabfuhr derzeit vor allem in der Region Hannover: Wegen einer Umstellung und höherer Gebühren sind vor dem Verwaltungsgericht rund 7000 Klagen gegen Gebührenbescheide eingegangen. Im Umland der Landeshauptstadt Hannover gab es bisher keine Mülltonnen, sondern Säcke für Restmüll. Wenn die Einwohner wenig Abfall produzierten, mussten sie nur wenig Säcke kaufen und konnten sparen - umweltbewusstes Verhalten wurde belohnt.

Deswegen stößt vielen Bewohnern nun übel auf, dass der Abfallentsorger aha seit Start der umstrittenen Reform 2014 jedem Einwohner eine Mindestmüllmenge von 10 Litern pro Woche vorschreibt - für die muss gezahlt werden, auch dann, wenn die Bürger kaum zu Hause sind oder nur mit Zweitwohnsitz gemeldet sind. In der Wedemark musste eine ökobewusste vierköpfige Familie bis Ende 2013 genau 148,80 Euro plus etwa 50 bis 60 Euro für Müllsäcke zahlen. Künftig sind es mit 222,60 Euro Mindestgebühr zwar nur rund zehn Prozent mehr, aber die mangelnde Flexibilität im neuen System ärgert viele Bürger.

Quelle: kreiszeitung.de

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