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Niedersachsen ist bundesweiter Spitzenreiter beim Export von Kriegswaffen

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Von: Yannick Hanke

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Wieder aufbereitete Marder-Schützenpanzer stehen bei einer Führung durch das Rheinmetall-Werk Unterlüß anlässlich der Sommerreise des niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann (CDU):
Niedersachsen ist bundesweiter Spitzenreiter beim Export von Kriegswaffen. © Julian Stratenschulte/dpa

2022 liegt Niedersachsen bei Rüstungsexporten bundesweit ganz klar vorne. Fast die Hälfte aller deutschen Rüstungsexporte stammen aus dem nördlichen Bundesland.

Hannover – Eine Zahl, die aufhorchen lässt: Rund 45 Prozent aller Einzelausfuhrgenehmigungen von Kriegswaffen in Deutschland stammen 2022 aus Niedersachsen. Das würde aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervorgehen, berichtet der NDR.

Niedersachsen führt bundesweites Ranking der meisten Exporte von Kriegswaffen an

Während Niedersachsen hinsichtlich der Rüstungsexporte im Wert von 2,07 Milliarden Euro also ganz oben rangiert, folgen Baden-Württemberg (rund 736 Millionen Euro) und Bayern (rund 704 Millionen Euro) auf den Plätzen. Den Angaben zufolge handelt es sich bei den Rüstungsexporten aus Niedersachsen fast ausschließlich um Kriegswaffen. Ihr Wert würde sich auf 1,92 Milliarden Euro belaufen.

Aus der Antwort der Bundesregierung geht aber nicht hervor, um welche Kriegswaffen es sich genau handelt. Als Kriegswaffen werden unter anderem Kampfflugzeuge, Panzer, vollautomatische Handfeuerwaffen sowie Kriegsschiffe definiert. Hauptempfänger der Rüstungsexporte aus Niedersachsen soll den Angaben zufolge Australien gewesen sein. Dorthin wurden Lieferungen im Wert von 52,8 Millionen Euro genehmigt. Zum Vergleich: Die Ukraine erhielt Waren in Höhe von 31,6 Millionen Euro.

Rheinmetall mit Produktionsstätte in Niedersachsen: Panzerhersteller macht im 1. Halbjahr 2022 fast drei Milliarden Euro Umsatz

In Niedersachsen ist unter anderem der Panzer- und Artilleriehersteller Rheinmetall aktiv. Dieser hat im ersten Halbjahr 2022 einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro gemacht. Und die Auftragsbücher im Bereich Waffen und Munition sind prall gefüllt. Der Ordnereingang hätte sich hier auf 1,5 Milliarden Euro verdreifacht.

Rheinmetall mit Hauptsitz in Düsseldorf hat seine größte deutsche Produktionsstätte für militärische Güter in Unterlüß (Landkreis Celle). Nach eigenen Angaben betreibt der Konzern dort das größte Test- und Versuchsgebiet in Europa mit einer Fläche von 50 Quadratkilometern. 2100 Mitarbeiter sind bei dem Unternehmen allein in Unterlüß beschäftigt. Spezialisiert hat sich Rheinmetall unter anderem auf die Produktion vom Schützenpanzer Marder 1A3/1A5 sowie Glattrohrkanonen für den Leopard-2-Panzer.

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