Corona-Impfkampagne erweitert

Covid-19-Impfungen: Niedersachsen will Impfpriorisierung im Juni aufheben

In Niedersachsen startet die nächste Impfrunde. Wer sich als Nächstes gegen Covid-19 impfen lassen kann und wie die Terminvergabe abläuft.

Hannover – In Niedersachsen soll jede Bürgerin und jeder Bürger im Juni die Möglichkeit erhalten, einen Corona-Impftermin zu vereinbaren. Die Einteilung in Gruppen und die damit verbundene Priorisierung soll möglichst schnell aufgehoben werden. Bis dahin erfolgen drei Stufen, in denen nach und nach alle Personen der Prioritätsgruppe 3 ein Impfangebot erhalten.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) stellte das Stufen-Modell am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Grundlage dieser Öffnungen der Terminvergabe sei die mittlerweile reibungslose Versorgung des Landes mit Impfdosen – 250.000 pro Woche oder einer Million pro Monat für die Impfzentren. Hinzu kommen die Impfungen durch Hausärzte.

Corona-Impfkampge in Niedersachsen wird schrittweise erweitert

Mehr als drei Millionen Menschen befinden sich in Niedersachsen in der Prioritätsgruppe 3 und sollen nach und nach Termine erhalten dürfen – sofern sie bislang aufgrund ihres Alters, einer schweren Vorerkrankung oder ihres Berufes nicht bereits eine Berechtigung dafür hatten. Berechtigt sind beispielsweise bereits Feuerwehrleute, Lehrer an weiterführenden Schulen und Erzieher.

  • 10. Mai: Alle Menschen zwischen 60 und 69 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Menschen, die in prekären Wohn- und Arbeitsverhältnissen stehen
  • 17. Mai: Menschen aus der Lebensmittelbranche, der Verwaltung, der Justiz, der Polizei, den Medien sowie aus Stiftungen und Organisationen, in denen Krisenprävention geleistet wird
  • 31. Mai: Mitarbeiter an Hochschulen, Wahlhelfer, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der kritischen Infrastruktur wie Apotheken, Telefonie, Transport oder Pharmawirtschaft
  • Aufhebung der kompletten Priorisierung im Juni-Verlauf, frühestens am 7. Juni

Derzeit werden in Niedersachsen rund 40.000 Impfungen pro Tag in Impfzentren verteilt, zusätzlich impfen Hausärzte in ihren Praxen mehr als 80.000 Menschen täglich. Daniela Behrens sprach bei der Zuteilung der Impftermine von einer „Charakterfrage für die Gesellschaft“. Mit der zunehmenden Öffnung lege das Land die Verantwortung, wer zur Gruppe 3 gehöre und wann welche Mitglieder der jeweiligen Unternehmen und Organisationen geimpft werden, in die Hand der dort Verantwortlichen.

In Niedersachsen öffnet das Land die Impfkampagne bis Ende Mai in drei Schritten.

Die Frage, die sich jeder stellen müsse, bevor er einem Menschen eine Impfbescheinigung ausstelle, laute: „Wer ist in seiner Position besonders relevant und wer kann noch warten?“ Zur Bestimmung der Priorität dienten vor allem das Alter eines Menschen, seine Vorerkrankungen und die Art seiner Tätigkeit. Eine Überprüfung einmal ausgestellter Bescheinigungen werde in den Impfzentren in der Regel nicht durchgeführt. Da vertraue man den Verantwortlichen – nicht zuletzt, um infolge der schrittweisen Freigabe der Prio-Gruppe 3 keinen unverhältnismäßigen Bürokratieaufwand zu schaffen.

Corona-Impfkampagne für Erwachsene soll bis Herbst abgeschlossen sein

Bei der Impfung der Bevölkerung liege Niedersachsen mittlerweile über dem Bundesschnitt, berichtete Daniela Behrens am Donnerstag. Rund 31,5 Prozent aller Menschen im Land sei mindestens einmal geimpft worden. Die Abläufe in den Testzentren sei mittlerweile derart gut organisiert, dass eine weitere Öffnung der Impfkampagne gerechtfertigt und angebracht sei. Nun gelte es, bis zum Herbst alle impfwilligen Erwachsenen gegen Covid-19 zu immunisieren. Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr lasse hier keine Verzögerung zu.

Sozialministerin Behrens (SPD) hat die Ausweitung der Impfkampagne im Land vorgestellt. (Archivfoto)

Um dieses Ziel nicht nur für Erwachsenen zu erfüllen, stellte Niedersachsens Gesundheitsministerin baldige Impfangebote für alle Schüler zwischen 12 und 18 Jahren in Aussicht – rund 450.000 Menschen. Die Fortschritte in der Forschung stimmten sie dabei positiv, nächste Erkenntnisse dazu solle die wöchentliche Konferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstagnachmittag bringen. Für Kinder bis 12 Jahren sei allerdings noch kein Impfstoff zugelassen, die Forschung hierzu laufe aber natürlich weiter, betonte Daniela Behrens.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte

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