Tiere sollen nicht aussterben

Umweltminister Lies fordert klare Obergrenze für Wolfspopulation

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Derzeit gibt es 40 nachgewiesene Wölfe in Niedersachsen.

In Niedersachsen gibt es aktuell 240 nachgewiesene Wölfe. Damit die Population der Tiere sichergestellt werden kann, Weidetiere und Schafe aber möglichst wenig in Gefahr geraten, fordert Umweltminister Olaf Lies (SPD) nun eine bundesweite Obergrenze für Wölfe.

Hannover - Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat eine Art Obergrenze für Wölfe in Deutschland verlangt. Es gehe um den „günstigen Erhaltungszustand“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Hannover. „Wie viele Wölfe und Rudel bedarf es, um zu vermeiden, dass der Wolf wieder ausstirbt?“ Diese Zahl müsse der Bund definieren, sie könne sich auch jährlich ändern. Der „günstige Erhaltungszustand“ gilt aufgrund von EU-Regeln als eine der Voraussetzungen für eine reguläre Jagd.

Der Bundestag hatte im Dezember ein Gesetz beschlossen, das ermöglicht, Wölfe zum Schutz von Schafen und anderen Weidetieren leichter abzuschießen. Nach Lies' Einschätzung wird der Spielraum dieses Gesetzes allerdings nicht ausreichen, um in den kommenden Jahren damit zu Recht zu kommen. In Niedersachsen breite sich der Wolf sehr schnell aus. Derzeit gibt es dem Minister zufolge 240 Wölfe.

24 Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen

Er gehe von noch mehr Tieren aus, sagte der Wolfsberater der Landesjägerschaft, Raoul Reding, der Deutschen Presse-Agentur. Anfang Mai sei eine laktierende, also säugende Fehe bei Lachendorf (Landkreis Celle) in eine Fotofalle getappt. Dies sei der erste Nachweis von Welpen in diesem Jahr in Niedersachsen. Mittlerweile wurden laut Reding landesweit 24 Rudel, fünf Wolfspaare und ein Einzelwolf mit eigenem Territorium nachgewiesen.

Das Umweltministerium in Hannover hat auf Grundlage des neuen Bundesgesetzes eine neue Wolfsverordnung erarbeitet. Neben Regelungen zum Abschuss geht es um die Prävention. Weidertierhaltern wird nicht mehr pauschal empfohlen, Elektroschutzzäune in Höhe von 1,20 Meter zu errichten. Zum Beispiel am Deich oder in der Lüneburger Heide seien die hohen Zäune weder geeignet noch zumutbar, sagte Lies.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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