Bakterien im Wasser

Badeverbot wegen Blaualgen in Niedersachsen - ein See gesperrt

Giftige Blaualgen, eine spezielle Art von Bakterien, erobern nach der Hitze im August wieder die Seen in Niedersachsen und Bremen. Für viele Seen gilt Badeverbot. Eine Übersicht über die aktuelle Lage.

  • Hitze ist gut für die Vermehrung von Blaualgen.
  • Blaualgen sind giftige Bakterien und oft in Badeseen zu finden.
  • Unsere Übersicht zeigt Lage in den größten Seen in Niedersachsen und Bremen.

Niedersachsen – Die Hitze der vergangenen Tage und die weiterhin angekündigten Temperaturen von mehr als 25 Grad sorgen wieder für Menschenmassen an den Seen in Niedersachsen und Bremen. Doch der Sprung ins kühle Nass eines Badesees kann gesundheitliche Folgen haben. Der Grund: giftige Blaualgen. Kommen Blaualgen mit der Körperhaut und den Schleimhäuten in Kontakt, kann es bei empfindlichen Menschen zu Reizungen der Haut oder auch zu Ohrenschmerzen kommen. Beim Verschlucken des Wassers drohen Symptome wie Magen- und Darmbeschwerden oder auch Fieber. Aber auch Atemwegserkrankungen können auftreten. Erwachsene sollten auf Kinder und Hunde achten.

BundeslandNiedersachsen
Fläche:47.600 km²
Einwohner:7,982 Millionen
Hauptstadt:Hannover
Gründung:1. November 1946

Bei zu vielen Blaualgen im Wasser schließt das zuständige Gesundheitsamt einer Kommune Badestellen an betroffenen Seen. So passiert in diesem Sommer bereits am 16. Juli am Laascher See - Badestelle II (Kreis Lüchow-Dannenberg). An vielen anderen Seen haben die zuständigen Gesundheitsämter erst einmal entsprechende Hinweisschilder aufgestellt. Späteres Badeverbot in Niedersachsen nicht ausgeschlossen.

Seen in Bremen von Blaualgen betroffen

In Bremen sind aktuell drei Seen betroffen (Stand 11. August). Im Sodenmattsee und Waller Feldmarksee sind Blaualgen nachgewiesen worden, die zurzeit mit dem bloßen Auge noch nicht sichtbar sind. Die Blaualgen können sich in den nächsten Tagen deutlich vermehren, schreibt die Bremer Umweltsenatorin. Im Stadtwaldsee (Unisee) können zurzeit Blaualgen auftreten.

Blaualgen sind Bakterien - und kommen in allen Gewässern vor

Bei den sogenannten Blaualgen handelt es sich nicht um Algen im eigentlichen Sinne, sondern um Bakterien, die aufgrund Ihrer Farbstoffe Cyanobakterien heißen. Unter bestimmten Umständen (wie hohen Temperaturen aktuell in Niedersachsen) kann es zu Massenentwicklungen dieser Organismen vor allem in Binnenseen kommen. Da einige Arten von Cyanobakterien auch für den Menschen giftige Stoffe bilden können, sollten Bereiche mit Massenansammlungen von Cyanobakterien vorsichtshalber gemieden werden.

Zahlreiche Gewässer im Land sind derzeit nicht nutzbar.

Blaualgen sind in allen Gewässern zu finden. Gefährlich wird es erst, wenn die Konzentration der Bakterien einen Grenzwert überschreitet. Blaualgen erkennen Badegäste als ein grüner schlierenartige Teppich. Dieser schwimmt zwischen 20 und 30 Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche. Meist sind nur bestimmte Stellen im Badesee betroffen.

Das Bundesumweltamt empfiehlt folgenden Blaualgen-Test: „Gehen Sie langsam ins Wasser ohne dabei Schlamm aufzuwirbeln. Können Sie im etwa knietiefen Wasser Ihre Füße erkennen, können Sie schwimmen gehen. Sind die Füße nicht zu sehen, sollten Sie an dieser Stelle nicht baden.“ Die aktuellen Blaualgen-Warnungen sind im Badegewässer-Atlas Niedersachsen veröffentlicht und werden laufend aktualisiert. Dort sind auch kleinere Seen und Gewässer aufgeführt sowie weitere (Warn-) Hinweise.

Blaualgen in Niedersachsen - diese Badeseen sind betroffen (Stand: 22. August):

  • Badeverbote:
  • Weserstrand Sandstedt
  • Blaualgen-Warnung:
  • Silbersee / Stuhr
  • Weichelsee
  • Maritimsee - Ohlenstedt
  • Flögelner See
  • Parksee Lohne
  • Gartower See
  • Laascher See - Badestelle II
  • Badeinsel Im Steinhuder Meer
  • Badestrand Weiße Düne Mardorf
  • Alveser See / Eitzendorf
  • Freizeitanlage Sander See
  • Badeteich Holm - Seppensen (allg. Algenbildung)
  • Doktorsee
  • See im Maschener Moor
  • Ricklinger Siebenmeterteich
  • Zwischenahner Meer
  • Dümmer See (mehrere Stellen)
  • Otterstedter See
  • Rickinger Bad

Seen in Niedersachsen - die größten Gewässer im Land

Der größte See in Niedersachsen ist das Steinhuder Meer. Mit mehreren Badestellen (Weiße Düne Mardorf, Badeinsel Im Steinhuder Meer) und einem großen Naturschutzgebiet ist das Steinhuder Meer ein Magnet für Touristen. Bis Mitte Oktober fahren drei Schiffe auf dem Steinhuder Meer zu der Insel Wilhelmstein.

Der Dümmer ist der zweitgrößte Binnensee Niedersachsens. Wegen seiner ökologisch äußerst wertvollen Umgebung erfreut sich der Dümmer einer großen Beliebtheit als Naherholungsgebiet. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 1,10 Meter (maximale Tiefe von circa 1,40 Metern) ist er als Wassersportrevier gerade für Surfer attraktiv darüber hinaus ist der Dümmer ein familienfreundliches Badegewässer. Die Badestellen befinden sich am östlichen Ufer in den Orten Lembruch und Hüde.

Das Treppchen der größten Seen in Niedersachsen komplettiert Zwischenahner Meer bei Bad Zwischenahn. Entstanden ist das Zwischenahner Meer aus einem eingestürzten Salzstock. Im Gegensatz zu vielen anderen Seen ist er von der örtlichen DLRG bewacht. Der Lappwaldsee (bei Helmstedt) rangiert auf Platz vier. Konzipiert wurde der Lappwaldsee als Bade- und Freizeitgewässer. Der Ursprung ist ein Restloch eines Braunkohletagebaus. Platz 5 ist das Große Meer (Niedermoorsee) zwischen Emden und Aurich. Der Südteil ist ein Naturschutzgebiet, Nordteil Badesee mit Freizeit- und Erholungsgebiet. Der Niedermoorsee darf nicht mit Motorbooten befahren werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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