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Badeunfälle im Hitze-Sommer: 15-jähriger Nichtschwimmer gerät in tiefes Wasser und ertrinkt

Bei Badewetter mit hohen Temperaturen zieht es viele Menschen an die Badeseen oder Flussufer. Dort kommt es jedes Jahr zu schweren oder tödlichen Badeunfällen. Auch in Niedersachsen und Bremen gab es 2020 bereits mehrere Rettungseinsätze. Die DLRG befürchtet in diesem Sommer mehr Badetote als zuletzt.

  • Im Sommer kommt es jedes Jahr zu Badeunfällen an Seen oder in Flüssen.
  • Die DLRG befürchtet in diesem Sommer mehr Badetote als in den Vorjahren.
  • In Niedersachsen und Bremen gab es bereits mehrere Rettungseinsätze.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) befürchtet mehr Badetote als in den vergangenen Jahren befürchtet für den diesen Sommer 2020. Neben den bekannten Problemen wie einer sinkenden Zahl von Schwimmbädern und langen Wartezeiten für Schwimmkurse komme in diesem Jahr die Corona-Pandemie dazu, erklärt die DLRG. Dadurch seien Schwimmbäder wochenlang geschlossen gewesen, Schwimmkurse seien deshalb ausgefallen. Menschen müssten nun noch länger auf einen Kurs warten.

OrganisationDeutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)
SitzBad Nenndorf
Gründung19. Oktober 1913
Mitglieder 565.826 (2018)

20. Augst: Ein 15-jähriger Junge ist im Erikasee bei Wilsche im Landkreis Gifhorn ertrunken. Es handele sich um einen tragischen Badeunfall, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Der Nichtschwimmer sei am Donnerstagabend ins tiefe Wasser geraten. Rettungskräfte entdeckten später seine Leiche im Wasser.

Der Polizei zufolge war der Jugendliche aus dem Raum Goslar mit seinem 16-jährigen Bruder und der Mutter auf einem Tagesausflug. Die beiden Brüder hätten sich zunächst um flachen Wasser aufgehalten. Der jüngere sei dann wohl abgerutscht. Die Mutter und der Bruder wurden nach dem Unglück betreut.

15. August: Im Wiek-See östlich von Papenburg im Emsland ging ein Pferd auf zunächst rätselhafte Weise unter. Die Besitzerin war am Samstag mit ihm am Ufer geritten. Den Ermittlungsergebnissen zufolge warf das Pferd sie ab, als sie versuchte, ein Foto zu machen. Die Frau habe sich an Land retten können, während das Pferd jedoch im See ertrank.

15. August: Mit einem Großaufgebot hat die Feuerwehr in Laatzen nach einem vermissten Mann in einem Angelteich gesucht, ihn aber nur noch tot bergen können. Nach Angaben eines Sprechers waren am Samstagmorgen drei Männer aus Litauen in dem See baden gegangen. Als einer der drei nicht mehr auftauchte, suchten die beiden anderen zunächst alleine nach ihm. Weil sie weder ein Handy hatten noch Deutsch sprechen, konnten sie zunächst keinen Notruf absetzen, wie es hieß.

Die DLRG befürchtet mehr Badetote.

Als gegen acht Uhr Mitglieder eines örtlichen Angelvereins zu dem See kamen, um Renaturierungsarbeiten zu machen, wurden sie auf die beiden verzweifelten Männer aufmerksam und riefen die Feuerwehr. Am Vormittag suchten 100 Einsatzkräfte aus der Region Hannover nach dem Vermissten, am Nachmittag wurde seine Leiche entdeckt. Zehn Taucher waren im Einsatz, auch eine Drohne und ein Rettungshubschrauber. „Wir versuchen unser Menschenmögliches, aber die Hoffnung ist ganz schwach“, hatte der Feuerwehrsprecher am Vormittag gesagt. An dem See in Laatzen ist das Baden verboten.

14. August: Ein Sechsjähriger ist im Idasee in Ostfriesland (Kreis Leer) ertrunken. Nach einer groß angelegten Suchaktion wurde das Kind am Freitagabend leblos im Wasser aufgefunden, teilte die Feuerwehr mit. Zuvor hatte die Familie den Jungen als vermisst gemeldet. Parallel zur Suche auf und in dem See, lief ein großer Sucheinsatz an Land. Unklar war zunächst, ob sich der Junge im Wasser oder im Umfeld des Sees aufhielt.

Neben den bereits alarmierten Kräften, waren auch die Rettungshundestaffel Ostfriesland, Taucher aus Friesoythe, sowie die Drohnen der Kreisfeuerwehr Leer und der Feuerwehr Garrel im Einsatz. Nach einer etwa anderthalbstündigen Suche wurde das tote Kind dann im Wasser gefunden. Die Angehörigen wurden durch ein Krisenintervention-Team aus dem Landkreis Cloppenburg betreut. Die Polizei hat die Ermittlungen für den genauen Unfallhergang aufgenommen.

11. August 2020: Mit einem Großaufgebot haben Einsatzkräfte am Dienstag und Mittwoch in der Weser bei Berne (Bremen-Blumenthal) nach einem 26-jährigen Schwimmer gesucht. Am Dienstag gegen 17 Uhr meldeten Anrufer, dass ein Mann im Bereich des Badestrandes nördlich des Fähranlegers Berne in der Weser untergegangen sei. Badegäste hatten bereits vergeblich versucht, den 26-Jährigen zu retten. Das teilt die Polizei mit.

Erst am Freitag wurde die Leiche des Mannes nahe des Straße „Am Weserdeich“ in Brake entdeckt. Die Ermittlungen zur Todesursache werden durch die Polizei Niedersachsen geführt. Die Feuerwehr hatte den Körper des 26-Jährigen geborgen.

Mehrere Boote und Taucher der Feuerwehr, die DLRG und Polizei sowie Hubschrauber aus Niedersachsen und Bremen suchten nach dem vermissten Mann. Der Schiffsverkehr wurde für die Maßnahmen eingeschränkt und der Fährverkehr bis
etwa 1.30 Uhr eingestellt. Angehörige und Zeugen wurden vor Ort betreut. Die genauen Ermittlungen dauern an, die Suche verlief ergebnislos.

10. August 2020: Ein 64-jähriger Mann ist im großen Ohlenstedter Quellsee bei Osterholz-Scharmbeck (Kreis Osterholz) ertrunken. Der Mann wurde am Montagmittag als vermisst gemeldet. Eine umfangreiche Suche im Bereich des Ohlenstedter Quellsees wurde eingeleitet, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit am Montag konnte der Mann nicht gefunden werden, sodass die Suche am Dienstagvormittag mit einem Polizeihund, Polizeitauchern und einem Sonarboot der DLRG fortgesetzt wurde. Gegen 13.30 Uhr wurde der Mann schließlich tot in dem See gefunden. Die Polizei hat daraufhin Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen. Am Dienstag gab es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

10. August 2020: Besucher am Mahndorfer See meldeten am Montagnachmittag einen möglichen Badeunfall und lösten damit einen Großeinsatz aus. Der Einsatz wurde nach einer halben Stunde Suche mit Tauchern, Booten und Hubschrauber abgebrochen. Für die Rettungskräfte wäre es durch ein sich ankündigendes Gewitter zudem zu gefährlich geworden. Die Feuerwehr geht von einem Fehlalarm aus. Es hatten sich weder Angehörige gemeldet, noch waren besitzerlose Gegenstände gefunden worden.

9. August 2020: Ein 48-jähriger Mann ist im Heidesee in Holdorf (Kreis Vechta) ertrunken. Seine Bekannten, mit denen der Mann am Heidesee war, meldeten ihn als vermisst, als er nicht vom Schwimmen zurückgekommen war. Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden, teilte die Polizei mit. Das gesamte Gelände wurde geräumt. Taucher fanden den Mann nach einer großen Suchaktion leblos im See.

Aus dem Haselünner Badesee im Emsland ist eine Frau tot geborgen worden. Ihre Identität sei noch nicht geklärt, sagte ein Sprecher der Polizei in Meppen. Ein Segler habe sie leblos im Wasser treibend gesehen, die Polizei sei gegen 16.30 Uhr informiert worden. Anschließend habe die Feuerwehr die Frau aus dem Wasser geholt. Dem Sprecher zufolge konnte ein Notarzt danach nur noch ihren Tod feststellen.

8. August 2020: Ein Großaufgebot an Rettungskräften kam am Hohorster See in Stuhr-Moordeich im Einsatz, um nach einem vermeintlich vermissten Mann zu suchen. Badegäste hatten den Notruf gewählt., weil der Mann lange Zeit nicht zu seinen persönlichen Sachen am Ufer zurückgekehrt war. Der 61-Jährige war glücklicherweise nicht in Gefahr, sondern hatte sich zum Schlafen ans Ufer vom Hohorster See gelegt. Von dem Großeinsatz bekam er nichts mit.

Badeunfall in Bremen: Mann stirbt beim Spielen im Mahndorfer See

7. August 2020: Zu einem tödlichen Badeunfall kam es im Mahndorfer See in Bremen. Ein 65-jähriger Mann ging beim Spielen mit seinem Enkel plötzlich unter. Mehrere Kinder verständigten Erwachsene, die dann den Notruf wählten. Die Feuerwehr setzte sofort zwei Rettungstaucher ein, die den Mann nach kurzer Suche im Mahndorfer See fanden. Der Mann starb noch am Unfallort.

Am selben Tag gab es einen zweiten Badeunfall am Mahndorfer See in Bremen. Ein 32-Jähriger Mann sprang nach ersten Erkenntnissen mit einem Kopfsprung in zu flaches Wasser und verletzte sich dabei schwer. Ein Rettungswagen und ein Notarzt waren noch und konnten den Mann sofort versorgen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

18. Juli 2020: Am Silbersee bei Hannover kam es einem tödlichen Badeunfall. Ein 40-Jähriger ist in Langenhagen nach der Rettung eines 26 Jahre alten Schwimmers ertrunken. Der 26-Jährige war aus bisher ungeklärter Ursache im Silbersee in Not geraten.

3. Juli 2020: In Hannover ist ein fünfjähriges Mädchen nach einem Badeunfall gestorben. Das Mädchen sei beim Spielen mit anderen Kindern im Märchensee unter Wasser verschwunden, teilte die Polizei mit. Nach etwa zehn Minuten habe ein Polizeibeamter das Mädchen ertastet und ans Ufer gezogen, hieß es. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuche starb die Fünfjährige wenig später im Krankenhaus.

Badeunfall im Kreis Lüneburg: Mann in Lebensgefahr

26. Juni 2020: Beim Baden im Sportparksee Grambke in Bremen ist ein sieben Jahre altes Kind untergegangen und musste reanimiert werden. Wie ein Sprecher des Bremer Lagezentrums sagte, war das Kind mit seiner Familie am See. Als das Kind nicht mehr zu sehen gewesen sei, hätten Anwesende die Rettungskräfte verständigt.

24. Juni 2020: Helfer haben einen 40 Jahre alten Mann bei einem Badeunfall aus einem See in Scharnebeck (Kreis Lüneburg) gerettet. Badegäste hatten den Mann in Bauchlage auf dem Wasser treibend entdeckt und den Notruf alarmiert, wie die Feuerwehr mitteilte. Helfer brachten den Mann am Mittwochabend auf eine Insel in dem See. Rettungskräfte setzten mithilfe eines Feuerwehrboots auf die Insel über und halfen, den Mann zu reanimieren. Es bestand Lebensgefahr.

Die Grafik zeigt Todesfälle durch Ertrinken in den ersten sieben Monaten eines Jahres.

21. Juni 2020:  In einem Baggersee in Lunestedt (Landkreis Cuxhaven) ist ein 21-Jähriger ertrunken. Der junge Mann war in die Mitte des Sees geschwommen und dort aus zunächst ungeklärter Ursache plötzlich untergegangen, wie die Feuerwehr Bremerhaven mitteilte .Als Taucher den 21-Jährigen schließlich fanden, konnte ein Notarzt nur noch seinen Tod feststellen.

Badeunfall in Bremen: Kind muss reanimiert werden

18. Juni 2020: Zu einem tödlichen Badeunfall kam im Bullensee in Rotenburg. Eine 25-jährige Frau aus Rotenburg kam ums Leben. Sie war mit einem ein 28-jährigen Mann aus Langwedel ins Wasser gegangen. Ein 15-Jähriger aus Verden konnte beobachten, dass der Mann wild mit den Händen gerudert hatte.. Dem 15-Jährige gelang es mit großem Kraftaufwand, den 28-Jährigen ans Ufer zu holen. Die 25-jährige Frau war zu diesem Zeitpunkt verschwunden. Zweieinhalb Stunden später fanden Taucher sie in zweieinhalb Metern Tiefe. Für sie kam jede Hilfe zu spät.

Die DLRG befürchtet mehr Badetote.

Ein beliebtes Ziel für Taucher aus aller Welt ist der Kreidesee in Hemmoor bei Cuxhaven. Auf dem Gelände gibt es eine Tauchbasis, einen Campingplatz und mehrere Ferienhäuser.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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