Falsche Bio-Ware auch in Niedersachsen

Hannover - Im Betrugsskandal um Bio-Nahrungsmittel aus Italien sind auch Unternehmen in Niedersachsen mit falscher Ware beliefert worden. Das teilte das Bundesagrarministerium nach Informationen aus Rom gestern mit.

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Überwiegend handelte es sich bei den fälschlicherweise als Bio deklarierten Nahrungsmitteln um Sojabohnen, Sojakuchen und Rapskuchen, die als Futtermittel verwendet werden. In Niedersachsen wurde neben einem Futtermittelhersteller im Landkreis Vechta auch der Bio-Futtermittelhersteller Gut Rosenkrantz in Bassum (Landkreis Diepholz) beliefert.

Die Lieferung nach Vechta, 50 Tonnen Bio-Soja, erfolgte bereits vor über einem Jahr im Herbst 2010. Das Soja sei bereits mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verfüttert worden, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums in Hannover. Sie betonte aber, dass von der falsch deklarierten Ware nach den Erkenntnissen der Behörde keine Gesundheitsgefährdung ausgegangen sei.

Im zweiten Fall ging es um eine Lieferung von 150 Tonnen Soja aus Italien an den Bassumer Futtermittelhersteller. Bei der Überprüfung der Zertifikate dieses Unternehmens seien jedoch keine Verstöße festgestellt worden, sagte die Ministeriumssprecherin.

Insgesamt sollen 550 Tonnen falsch deklarierte Ware nach Deutschland gelangt sein. Direkt beliefert wurden neun Unternehmen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Der mutmaßliche Schwindel in Italien war Anfang Dezember entdeckt worden. Normale Produkte sollen als teurere Bio-Ware verkauft worden sein. Die Polizei hatte rund 2 500 Tonnen vermutlich falsch deklarierte Öko-Waren wie Mehl und Obst in Verona beschlagnahmt. Eine Fälscherbande soll damit Millionenumsätze gemacht haben. n dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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