Neuer Hauptbetriebsplan für Gorleben

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Arbeitsmaschinen im Erkundungsbergwerk Gorleben.

Gorleben - Gorleben soll als möglicher Endlager-Standort für Atommüll im Rennen bleiben, die Arbeit unter Tage aber auf ein Minimum reduziert werden. Das haben der Bund und Niedersachsen im Juli vereinbart. Was das Minimum ist, regelt der neue Hauptbetriebsplan - kaum überraschend.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat fristgemäß einen neuen Hauptbetriebsplan für das Erkundungsbergwerk in Gorleben als möglichem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll vorgelegt. Als eigentliche Genehmigung regelt der Plan die technischen Abläufe im Bergwerk. Bis zum reinen Offenhaltungsbetrieb könnten wie vorgesehen noch zwei Jahre vergehen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des BfS sowie der Umweltministerien in Berlin und Hannover vom Montagabend.

Ende Juli 2014 hatten sich der Bund und das Land Niedersachsen darauf verständigt, die Arbeiten in dem Salzstock bis zu einer endgültigen Entscheidung über den künftigen Standort eines deutschen Atommülllagers auf ein Minimum zu reduzieren. Der neue Hauptbetriebsplan sieht wie erwartet vor, den Erkundungsbereich 1 außer Betrieb zu nehmen. „Alle Anlagen, Komponenten und Systeme werden aus diesem Erkundungsbereich entfernt, der Bereich abgesperrt“, heißt es dazu.

Im sogenannten Offenhaltungsbetrieb sollen lediglich die zwei Schächte sowie notwendige Anlagen für Frischluft und Fluchtwege weiter betrieben werden. „Vor dem reinen Offenhaltungsbetrieb sind Übergangsarbeiten vorzunehmen, die der Außerbetriebnahme des Erkundungsbereiches und Teilen des Infrastrukturbereichs geschuldet sind und sich über ca. zwei Jahre erstrecken werden“, heißt es weiter. Besucher können dann nicht mehr in das Erkundungsbergwerk einfahren.

Mit einem Erkundungsstopp im November 2012 wollte der damalige Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) die stockenden Gespräche über eine bundesweite Atommüll-Endlagersuche wieder in Gang bringen. Im Endlagersuchgesetz vom Juli 2013 wurde zugleich die Offenhaltung des Bergwerks festgelegt, solange es nicht endgültig aus dem Auswahlverfahren ausscheidet. Atomkraftgegner fordern seit Jahrzehnten das endgültige Aus für Gorleben.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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