Niedersachsen kauft 111 neue Polizeiautos für vier Millionen Euro

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Mit neuster Technik soll die niedersächsische Polizei die Sicherheit im Land verbessern.

Hannover - Mit neuster Technik soll die niedersächsische Polizei die Sicherheit im Land verbessern. Neue Autos sollen her, manche auch mit Elektroantrieb. Durch Rauchschwaden im Fußfallstadion will man künftig durchsehen.

Hannover (dpa/lni) - Für 4 Millionen Euro will das Land Niedersachsen 111 neue Polizeiautos kaufen. „Mit der aktuellen Anschaffung leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um die Mobilität der niedersächsischen Polizei langfristig zu erhalten“, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montagabend in Hannover. Beim Kauf der neuen Fahrzeuge sei Wert auf eine moderne technische Ausstattung gelegt worden.

Schünemann kündigte zudem an, zu Beginn des Jahres 2013 erneut in neue Autos investieren zu wollen. „Gleich zu Beginn des Jahres werden wir daher zusätzlich 16 Elektrofahrzeuge beschaffen.“ Seit 2003 seien mehr als 380 Millionen Euro in die technische Modernisierung der Polizei geflossen. „Die Investition ist notwendig, denn für die Arbeit der Polizei brauchen wir neue Technik.“

Im Rahmen der Innovationsoffensive 2015 suche Niedersachsen gezielt nach Technik, um aktuelle Probleme lösen zu können. „Es gibt kaum eine erforderliche Technik auf dem Markt, die in Niedersachsen noch nicht eingeführt ist oder sich noch nicht in der Pilotierung befindet“, betonte Schünemann.

Derzeit werde beispielsweise an einer Videotechnik für Fußballstadien gearbeitet, die es ermöglicht, durch Rauchschwaden hindurchzusehen. Dadurch hätten auch Gewalttäter, die Pyrotechnik in Stadien einsetzen, keine Chance mehr. „Ich bin sehr beeindruckt von den ersten Ergebnissen“, sagte Schünemann. Vor rund drei Monaten habe er sich die noch in der Entwicklungsphase befindlichen Technik im Stadion von Bundesligist Hannover 96 erstmals angeschaut.

Das polizeiliche Technikspektrum erstrecke sich von Hubschraubern und Wasserwerfern über die digitale erkennungsdienstliche Behandlung und den bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie modernste Übertragungs- und Aufnahmemöglichkeiten für Spezialeinheiten.

Schünemann kündigte für 2013 eine Personaloffensive bei der Polizei an. „Wir brauchen zunehmend Spezialisten“, sagte er. Es sei wichtig, den spezialisierten Kollegen eine Karriere zu ermöglichen. Dies beziehe sich auf den Bereich Internetkriminalität. Auch sollten an der Polizeiakademie entsprechende Module zur Aus- und Weiterbildung der Polizeibeamten angeboten werden.

Fuhrpark der Polizei Niedersachsen hat mehr als 4250 Fahrzeuge

Von Wasserwerfer bis Fahrrad: Derzeit umfasst der Fuhrpark der niedersächsischen Polizei mehr als 4250 Fahrzeuge. Den größten Teil nehmen wie in allen Bundesländern die klassischen Streifenwagen ein - rund 3150 gibt es davon landesweit. Trotz zahlreicher Neuanschaffungen ist der durchschnittliche Polizeiwagen 6,78 Jahre alt. Spätestens nach 13 Jahren werden die Autos aus dem Fuhrpark entsorgt.

Komplettiert wird der Fuhrpark durch rund 1100 Sonderfahrzeuge. Dazu zählen auch Verkehrsüberwachungsautos, Motorräder, Fahrräder und Wasserwerfer. Ebenfalls im Land stationiert sind knapp 400 Fahrzeuge des Bundesfuhrparks. Diese werden durch den Bund angeschafft.

Für rund 100 Millionen Euro wurden inzwischen landesweit die veralteten Analog-Funkgeräte der Polizei ausgetauscht und durch abhörsichere Digitalgeräte ersetzt. Von 2013 an sollen dann auch die ersten Elektrofahrzeuge in die Flotte integriert werden.

dpa

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