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Nach Überfallserie: Ex-RAF-Terroristen bleiben verschwunden - LKA veröffentlicht neue Fotos

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Die Fahndung nach den Ex-RAF-Terroristen Garweg und Staub läuft weiter. Jetzt wurden auch Fotos von Daniela Klette veröffentlicht. © LKA Niedersachsen

Das LKA hat einen neuen Fahndungsaufruf nach dem Ex-RAF-Trio gestartet, das wegen einer Überfallserie gesucht wird. Mit neuen, allerdings 30 Jahre alten Fotos, wollen die Fahnder erfahren, wo die drei womöglich auch in vergangenen Jahren gelebt haben.

Hannover - Mit neuen Fotos versuchen die Fahnder den drei wegen einer Überfallserie gesuchten Ex-RAF-Terroristen auf die Spur zu kommen. Ziel sei herauszufinden, wo das vor 30 Jahren abgetauchte Trio derzeit lebt oder sich zwischenzeitlich aufgehalten hat, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) am Mittwoch mit. 

Die Behörde veröffentliche neue, allerdings mehr als 30 Jahre alte Fotos von Daniela Klette (61). Gemeinsam mit den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub (65) und Burkhard Garweg (50) soll sie teils mit schwerer Waffengewalt vor allem in Norddeutschland Geldtransporter, Kassenbüros und Supermärkte überfallen haben. 

Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen, so an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). 

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Dieses Foto zeigt Daniela Klette. Es wurde zwischen 1984 und 1988 aufgenommen. © LKA Niedersachsen

Nach Jahrzehnten im Untergrund gerieten die drei Linksterroristen nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter im Juni 2016 in Stuhr bei Bremen wieder ins Visier der Polizei. Von den dreien wurden nach der Tat Fingerabdrücke gefunden. 

Gefahndet wurde im Anschluss in Norddeutschland, den Niederlanden, wohin eine Spur wies, sowie in Spanien, Frankreich und Italien. „Dies könnten auch Ihre Nachbarn sein!“, heißt es auf einem neuen Handzettel der Ermittler mit Fotos der drei Gesuchten. 

LKA Niedersachsen: 80.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Alleine, zu zweit oder auch in einer Wohngemeinschaft habe das Trio möglicherweise für lange Zeit am gleichen Ort gelebt und habe sein Äußeres womöglich stark verändert. Vermutlich gingen die drei keiner geregelten Arbeit nach. 

Hingewiesen wird auf dem Handzettel auch auf die Belohnung von bis zu 80.000 Euro, die für Hinweise ausgesetzt ist, die zur Ergreifung der Gesuchten führen. Wo genau die Handzettel eingesetzt werden sollen, präzisierte das LKA zunächst nicht. Auch polizeiintern solle mit den Zetteln bei Veranstaltungen auf die Fahndung hingewiesen werden, hieß es.

Sachdienliche Hinweise nehmen jede Polizeidienststelle oder das LKA Niedersachsen unter der Telefonnummer 0511/26262-7400 entgegen.

Meldung vom 6.10.2018: Ex-RAF-Terroristen bleiben verschwunden

Die wegen einer Überfallserie auf Supermärkte gesuchten drei Ex-RAF-Terroristen bleiben auch knapp ein Jahr nach Ausweiten der Fahndung auf Südeuropa verschwunden. Es gebe keine neue Spur zu den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub (64), Burkhard Garweg (50) und Daniela Klette (60), teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover mit. 

Einen Ansatz zu einer neuen öffentlichen Fahndung haben die Ermittler ebenfalls nicht. Zuletzt schlug das Trio im Juni 2016 in Cremlingen bei Braunschweig zu, wo es einen Geldtransporter und ein Geschäft überfiel. Im Herbst vergangenen Jahres war die Fahndung auf Spanien, Frankreich und Italien ausgedehnt worden. Möglicherweise könnten die drei ehemaligen Linksterroristen auf alte Netzwerke Gleichgesinnter dort zurückgreifen, war die Vermutung. 

Zwölf Überfälle auf dem Konto

Trotz zahlreicher Hinweise gab es keine neue Spur. Auch konnten dem Trio keine weiteren zurückliegenden Taten zugeordnet werden, teilte die für die Ermittlungen zuständige Staatsanwaltschaft Verden mit.

 Im Sommer war bekannt geworden, das wohl auch zwei Überfälle, 2006 in Bochum-Wattenscheid und 2009 im westfälischen Löhne, auf das Konto der drei gehen. Insgesamt liegt die Zahl der von den Ex-Terroristen zum Bestreiten ihres Lebensunterhaltes verübten Überfälle bei zwölf. 

Zu der ersten Tat kam es 1999 in Duisburg-Rheinhausen. Weil es zu den meisten Überfällen in Niedersachsen kam, scheint es für die Fahnder plausibel, das die Gesuchten auch dort mit einer Tarnidentität versehen leben, möglicherweise mit Hilfe von Unterstützern.

Ausland kommt als Versteck in Frage

Auch das angrenzende Ostdeutschland oder aber die Niederlande, wohin zwischenzeitlich eine Spur wies, kommen als Versteck in Frage. Eine bloße Hypothese ist, dass die drei noch von der Staatssicherheit der DDR mit Papieren und anderen Identitäten ausgestattet wurden, einen konkreten Anhaltspunkt gibt es nicht. 

Immerhin aber lebten zehn RAF-Mitglieder mit neuen Identitäten versehen bis zum Fall der Mauer unbehelligt in der DDR. Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen, so an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991).

dpa

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