Nach Soldaten-Tod in Munster

Strafbefehl gegen Bundeswehr-Ausbilderin ist rechtskräftig

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Bei einem Fußmarsch von Soldaten - hier Symbolbild - sind im Juli 2017 vier Soldaten zusammengebrochen, einer starb. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen abgeschlossen.

Vier Offiziersanwärter der Bundeswehr brechen im Sommer 2017 bei einem Fußmarsch im niedersächsischen Munster zusammen. Einer von ihnen stirbt später im Krankenhaus. Nun hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen.

Update, 12. April

Nach dem Zusammenbruch eines jungen Soldaten bei einem Fußmarsch im Juli 2017 in Munster muss eine Bundeswehr-Ausbilderin eine Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung zahlen. „Heute ist die schriftliche Rücknahme des Einspruchs eingegangen", sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Soltau am Freitag. "Damit ist der Strafbefehl rechtskräftig.“ 

3.600 Euro Strafe

Die Frau muss 3.600 Euro bezahlen. Sie hatte zunächst Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, dann aber über ihren Verteidiger mitgeteilt, den Einspruch zurückzuziehen und das Urteil anzunehmen. Weitere Rechtsmittel gegen den Strafbefehl gibt es nun nicht mehr

Lüneburg/Munster - Die Ermittlungen zum Tod eines jungen Soldaten nach einem Übungsmarsch in Munster im Juli 2017 haben keine Anhaltspunkte für eine fahrlässige Tötung ergeben. Dies sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Jan Christoph Hillmer, am Mittwoch. 

Für den Vorgesetzten und eine Ausbilderin des 21-Jährigen sei der Tod nicht vorhersehbar gewesen. „Ein Vorwurf der fahrlässigen Tötung hat sich nicht ergeben.“ 

Soldaten kollabieren während des Fußmarsches

Der 21-Jährige und drei weitere Offiziersanwärter waren damals im Rahmen ihrer Ausbildung bei einem Fußmarsch während sommerlicher Temperaturen kollabiert. Die Männer mussten im Krankenhaus behandelt werden, der 21-Jährige starb zehn Tage später in der Klinik. 

„Bei allen vier Offiziersanwärtern war der Zusammenbruch nach den hiesigen Ermittlungserkenntnissen auf einen Hitzschlag zurückzuführen“, sagte Hillmer. Die Höchsttemperatur am 19. Juli hatte im Raum Munster 27,7 Grad Celsius betragen. 

Ausbilderin: Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung bestätigt

Für den Vorgesetzten ergeben sich nach Abschluss der Ermittlungen wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung keine strafrechtlichen Konsequenzen. Bei der Ausbilderin sahen die Ermittler im Fall eines kollabierten Mannes den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung bestätigt. Demnach hätte die Frau dessen Zusammenbruch vorhersehen können. 

Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte der Soldat die Ausbilderin auf körperliche Ausfallerscheinungen hingewiesen. Die Behörde hat daher beim zuständigen Amtsgericht Soltau den Erlass eines Strafbefehls beantragt, nach dem die Ausbilderin eine Geldstrafe im mittleren vierstelligen Bereich zahlen muss. 

Bundeswehr räumt nach Soldaten-Tod Fehler ein

„Der Strafrichter beim Amtsgericht Soltau hat diesen Strafbefehl auch erlassen“, sagte Hillmer. Nimmt die Frau diesen an, entspricht er einem Urteil. Bei Einspruch kommt es zu einer Hauptverhandlung. 

Die Bundeswehr hatte nach dem Kollaps der vier Soldaten Fehler eingeräumt. Es habe mehrere Fehlentscheidungen der Führungskräfte gegeben, etwa, welche Kleidung die Offiziersanwärter an dem heißen Julitag zu tragen hatten, hieß es in einem Bericht im August 2017.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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