Nach Missbrauchsskandal wirbt Bischof um Vertrauen

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Bischof Franz-Josef Bode

Osnabrück/Hildesheim - Nach den schweren Erschütterungen durch den Missbrauchsskandal will die katholische Kirche nach Worten des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode neues Vertrauen gewinnen.

„Die Auswirkungen nehmen wir als große Herausforderung mit ins neue Jahr“, sagte Bode am Freitag in seiner Silvesterpredigt im Osnabrücker Dom.

Es werde viel Zeit und Kraft brauchen, neue Glaubwürdigkeit zu bekommen. „Jetzt wollen wir erst recht gemeinsam darum ringen, Glaube und Kirche einladend und zukunftsfähig zu halten“, betonte Bode. Trotz aller Anfeindungen und allen Misstrauens seien viele Menschen bereit, den Weg der Kirche aktiv mitzugestalten, sagte Bode. Das zeigten auch die zahlreichen Briefe und Solidaritätsbekundungen, die er als Bischof erhalten habe. Es gebe zudem nach wie vor ein großes Interesse an ehrenamtlicher Arbeit.

Das Ehrenamt dürfe aber auf keinen Fall nur „Notnagel in schwierigen Zeiten“ sein. Es gehöre vielmehr zur „Substanz unseres christlichen Glaubens“. Bei der Suche nach Wegen aus der Krise sei ein „neues Miteinander von Priestern, Diakonen und Laien einer der wichtigsten Wege“, erklärte Bode.

Er kündigte an, am 4. September 2011 alle Ehrenamtlichen des Bistums zum Dank für ihr Engagement nach Osnabrück zu einer gemeinsamen Begegnung einzuladen. Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle rief angesichts von Terror und religiöser Gewalt zu einem friedlichen Miteinander der Menschen auf. „Bis zum heutigen Tag werden Menschen ihres Glaubens wegen unterdrückt, terrorisiert und umgebracht“, sagte der katholische Bischof im Jahresschluss-Gottesdienst in der Hildesheimer Kirche St. Godehard.

Zugenommen hätten vor allem die Christenverfolgungen, etwa im Irak und Nigeria. Man dürfe nicht von Extremisten auf alle Anhänger einer Religion schließen, mahnte Trelle, „nicht von den Islamisten auf den Islam insgesamt“. Gerade nach dem Anschlag auf eine Kirche in Bagdad hätten sich viele Muslime solidarisch mit den Christen gezeigt. Wirklich glaubenden Menschen ist nach Trelles Überzeugung jede Form von Gewalt fremd.

Quelle: kreiszeitung.de

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