Wie bei offiziellen Wettkämpfen

Nach Boßel-Unglück: Strenge Regeln können Unfälle verhindern

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Acht Personen wurden bei den Unfall in Breddenberg teils lebensgefährlich verletzt.

Breddenberg - Ein Ausflug von Boßel-Spielern endet dramatisch, ein Auto erfasst die Gruppe. Bei offiziellen Wettkämpfen könne dies nicht passieren, sagt Johannes Trännapp. Diese werden bei Nebel und bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen. Wie können sich Hobby-Boßler schützen?

Die Ursache des folgenschweren Verkehrsunfalls mit einer Boßelgruppe im Emsland ist noch nicht aufgeklärt. „Die Ermittlungen werden noch eine Weile dauern", sagt eine Polizeisprecherin. Am Samstagabend vor einer Woche hatte ein 27 Jahre alter Autofahrer in Breddenberg mehrere Menschen aus einer Gruppe von etwa 25 Boßelspielern mit seinem Wagen erfasst. Acht Teilnehmer erlitten dabei zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. 

Boßeln ist vor allem an der Nordseeküste beliebt; Hochburgen in Niedersachsen sind Ostfriesland und das Oldenburger Land. Dabei muss eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine zuvor festgelegte Strecke befördert werden. Saison ist traditionell der Winter. „Beim Klootschießen wird anders geworfen, es wird auch auf dem Feld gespielt“, erklärt Johannes Trännapp, erster Vorsitzender des Landesklootschießerverbandes Ostfriesland. 

Boßeln: Sicherheit geht vor

Geboßelt werde dagegen auf der Straße. Bei offiziellen Wettkämpfen gelten strenge Sicherheitsregeln, betont Trännapp. Im Emsland gebe es keinen eigenen Verband. „Wir betreiben Boßeln nicht zur Freizeitgestaltung, sondern als Sport“, sagt er. „Wir haben ganz klare Regeln. Da werden etwa zuvor Genehmigungen bei der Behörde für die jeweilige Straße eingeholt, wir spielen nur bei Tageslicht und guter Sicht.“ 

Bei Nebel und eintretender Dunkelheit müsse abgebrochen werden. „Warnwesten sind vorgeschrieben.“ Außerdem gelte bei den Wettkämpfen grundsätzlich Alkoholverbot. „Vergleichbare folgenschwere Unfälle sind mir nicht bekannt“, sagt Trännapp mit Blick auf den Unfall vor einer Woche. 

Polizei bittet um Tragen einer Warnweste

Im Dezember 2016 war ein 19-Jähriger im Landkreis Aurich von einem Rollerfahrer beim Boßeln schwer verletzt worden. Die Polizei Oldenburg rät dringend dazu, bei derartigen Aktivitäten eine Warnweste zu tragen. Mit Verweis auf den Unfall vom Wochenende und die traditionellen Grünkohltouren bittet sie um gegenseitige Rücksichtnahme. 

Im Ammerland gibt die Polizei kostenlos Warnwesten aus, finanziert werden sie von Landkreis und Verkehrswacht. „Es sind schon welche beim Kommissariat in Westerstede abgeholt worden“, berichtet ein Polizeisprecher.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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