Angetrieben von Wasser und Wind

Technische Denkmäler: Mühlen öffnen am Pfingstmontag ihre Türen

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Eine Holländerwindmühle aus Schleswig-Holstein (l) und ein Nachbau der historischen Holländerwindmühle von Sanssouci stehen im Wind- und Wassermühlenmuseum. Um Mühlen dreht es sich immer am Pfingstmontag. Allein in Niedersachsen und Bremen beteiligen sich mehr als 200 der von Wasser oder Wind angetriebenen Kraftmaschinen am Mühlentag.

Um Mühlen dreht es sich immer am Pfingstmontag. Allein in Niedersachsen und Bremen beteiligen sich mehr als 200 der von Wasser oder Wind angetriebenen Kraftmaschinen am Mühlentag.

Hannover/Bremen - Am Deutschen Mühlentag können rund 230 Anlagen in Niedersachsen und Bremen besichtigt werden. Bundesweit werden offiziell fast 1.000 Mühlen am Pfingstmontag ihre Tore für Besucher öffnen. Veranstaltet wird die Aktion von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM). Sie soll das Interesse der Öffentlichkeit auf diese technischen Denkmäler richten. 

„Sicherlich nehmen noch einige hundert weitere Mühlen teil, ohne sich offiziell gemeldet zu haben“, sagte DGM-Bundesgeschäftsführer Friedrich Rohlfing. Alle Mühlen, die sich angemeldet haben, können in einer gesammelten Liste gefunden werden. In dieser ist unter anderem aufgeführt, wo die Mühle zu finden ist oder welche Aktionen am Pfingstmontag angeboten werden.

Im vergangenen Jahr seien etwa 200.000 Besucher gekommen, schätzte Rohlfing. „Die Mühle präsentiert die Einfachheit einer technischen Entwicklung“, erklärte er. „Sie begleitet uns seit den Ursprüngen der Menschheit - wo es ums Zerkleinern von Getreide geht, braucht es eine Mühle.“ 

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Der 1957 gegründete Landesverband Niedersachsen-Bremen habe in Deutschland die längste Tradition, sagte dessen Vorsitzender Rüdiger Heßling. Der Mühlentag sei 1987 aus den Niederlanden nach Niedersachsen gekommen und werde seit 1994 bundesweit begangen. Etwa 200 der Industriedenkmäler in Niedersachsen und Bremen sind ihm zufolge noch funktionstüchtig. „Noch etwa 30 können richtig mahlen.“ Einige Mühlen werden sogar noch gewerblich betrieben, einige Wassermühlen produzieren Strom. Die übrigen sind nicht mehr funktionsfähig, haben aber noch Teile ihrer technischen Ausstattung. Sie dienen als Museum, Restaurant oder Standesamt. 

Die Feldmühle in Martfeld ist wie viele andere Mühlen ein stummer Zeuge vergangener Zeiten.

Mit dem Tag der offenen Tür soll auch Nachwuchs gewonnen werden. Die Ausbildung zum „Freiwilligen Müller“ dauert 160 Stunden. Dabei geht es etwa um technische Grundlagen, Getreide- und Wetterkunde. Laut Heßling haben sich bislang rund 400 Ehrenamtliche zu „Freiwilligen Müllern“ ausbilden lassen. „Rund 15 Prozent von ihnen sind Frauen.“  

Günther Kressl (84) präsentiert zum Mühlentag an Pfingsten originelle Darstellungen der Windmühle neben der Laurentius-Kirche, die er im Laufe der Jahrzehnte produziert hat.

Das Mühlenmuseum Moisburg (Landkreis Harburg) bietet am Pfingstmontag eine ganze Reihe von Veranstaltungen und auch Mitmach-Aktionen für Kinder. Die historische Wassermühle von 1723 mahlt Roggenkorn zu Schrot und Mehl. Wer gleich mehrere Windmühlen besichtigen will, ist an der Küste gut aufgehoben. „Sehr, sehr viele erhaltene Mühlen gibt es in Ostfriesland“, sagte Heßling. Neues gibt es von einem Schmuckstück im Landkreis Cloppenburg: „In Löningen wird am Pfingstmontag die vollständig sanierte Schutenmühle wieder vollständig eröffnet“, sagte Heßling.

Einen Überblick über alle Mühlen, die am deutschen Mühlentag teilnehmen, kann man sich mithilfe dieser Karte verschaffen. 

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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