Morddrohungen gegen Kinderbuchautor

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Kinderbuchautor Christian Berg sieht sich Morddrohungen ausgesetzt. Er hatte ein Verbot von "Killerspielen" gefordert.

Cuxhaven - Nach seinem Aufruf zum Verbot so genannter Killerspiele sieht sich der Kinderbuchautor und Regisseur Christian Berg massiven Anfeindungen und sogar Morddrohungen ausgesetzt. Er werde deswegen jetzt die Polizei einschalten, sagte der Künstler heute in Cuxhaven.

Berg hatte am Wochenende in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ein Verbot von Computerspielen gefordert, in denen die Mitspieler virtuell Menschen töten. Seit dem ersten Erscheinen des Berichtes im Internet seien mehr als 300 Schmähbriefe und Drohungen auf der Gästeseite seines eigenen Internetauftrittes eingegangen, sagte Berg.

Mit seinem Aufruf habe er offensichtlich in ein Wespennest gestochen, sagte Berg zu den Reaktionen auf seinen Appell. Neben den Kommentaren auf Bergs eigenem Internetauftritt fanden sich auf der Homepage eines Herstellers der umstrittenen Killerspiele weit mehr als 100 Kommentare gegen die Überlegungen des Künstlers.

Mit einigen Protestbriefschreibern versuche er zu diskutieren, andere Kommentarschreiber aber wolle er anzeigen. „Das gilt nicht nur für die Morddrohungen, sondern auch für jene, die meinen Aufruf mit der Bücherverbrennung durch die Nazis gleichsetzen“, kündigte Berg an.

Die „harmloseren Kommentare“ im Gästebuch vertreten die Ansicht, das deutsche Jugendschutzgesetz reiche aus, um Kinder vor gewaltverherrlichenden Computerspielen zu schützen. Berg ist jedoch überzeugt, dass die gesetzlichen Bestimmungen viel zu leicht umgangen werden und damit gefährliche Spiele leicht in die Hand von Kindern und Jugendlichen gelangen können.

Allerdings bekam der Autor und Regisseur von Kindermusicals wie „Jim Knopf“ oder „Alice im Wunderland“ nach eigenen Angaben auch vielfach Zustimmung zu seinem Aufruf. Zu denen, die Berg zum Weitermachen aufforderten, zählen neben Einwohnern des Ortes Winnenden auch der Liedermacher Konstantin Wecker. Aus Angst vor Gefahren werde Kindern häufig verboten, auf Bäume zu klettern, schreibt Wecker: „Aber man lässt sie Stunde um Stunde den Amoklauf proben."

Berg hat nach eigenen Angaben seit einigen Jahren beobachtet, dass Kinder und Jugendliche auf beim Theaterbesuch immer häufiger Gewalt bejubeln. Nach der Begegnung mit der Mutter eines der Opfer des Amoklaufes von Winnenden sei die Idee zum Aufruf gegen Killerspiele entstanden, sagte Berg.

Quelle: kreiszeitung.de

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