Peinliche Panne: Wirtschaftsminister Bode fliegt ohne Visum nach China und muss umkehren

Minister drohte Verhaftung

Applaus ist nicht angebracht: Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode ( FDP) musste eine China-Reise unterwegs abblasen, weil er kein gültiges Visum besaß. Archivfoto: dpa

Niedersachsen - Von Martin Sommer (Eig. Ber.) · Er soll Niedersachsens Wirtschaft managen und ist nicht einmal in der Lage, eine Reise nach China zu organisieren: Landes-Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) musste einen Dienst-Trip nach Fernost unterwegs abblasen, weil er kein gültiges Visum besaß. Am Flughafen Amsterdam war die Reise bereits beendet, berichtete Ministeriumssprecher Christian Budde gestern.

Bode hatte Mitte September eine Automobil-Zulieferer-Schau in Chengdu in der chinesischen Provinz Sichuan eröffnen wollen. Bei der Pass-Kontrolle auf dem Amsterdamer Flughafen fiel jedoch auf, dass Bodes Visum ungültig war.

Der Minister habe ein sogenanntes Einmalvisum für China besessen, das aber bereits durch eine Reise nach Peking im Juli dieses Jahres abgegolten war, so Ministeriumssprecher Budde.

Das Risiko, wegen Verstoßes gegen die Einreisebestimmungen in China verhaftet zu werden, wollte Bode nicht eingehen und kehrte schließlich kleinlaut nach Hannover zurück.

Immerhin verhalf die peinliche Panne dem Minister außerplanmäßig zu zwei zusätzlichen Bürotagen, an denen er, frei von Terminzwängen, ausgiebig arbeiten konnte.

Besser vorbereitet zeigte sich indes Bodes Chef David McAllister (CDU). Der Ministerpräsident brach gestern Morgen mit gültigen Papieren zu einer siebentägigen Reise nach Indien auf. Begleitet wird der CDU-Politiker dabei von einer rund 50-köpfigen Delegation mit Vertretern aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft.

McAllister will in Pune gemeinsam mit VW-Chef Martin Winterkorn das neue Volkswagenwerk besuchen. Weitere Stationen der Reise sind die Städte Chennai und Neu Dehli.

„Ziel der Reise ist es, die bestehenden Kontakte Niedersachsens mit Indien zu vertiefen“, sagte Ministerpräsident McAllister. Nach der weltweiten Wirtschaftskrise erwarte er „nun eine deutliche Steigerung im Handel.“ Neben Unternehmensbesuchen und politischen Gesprächen ist auch ein Empfang zum Tag der Deutschen Einheit geplant.

Quelle: kreiszeitung.de

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