Bericht der Wirtschaftsauskunftei Bürgel

Am meisten Privatinsolvenzen in Bremen und Niedersachsen

Bremen/Hannover - Nirgendwo in Deutschland sind im vergangenen Jahr im Schnitt so viele Menschen in eine private Insolvenz gerutscht wie in Bremen und Niedersachsen.

Wie die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Donnerstag berichtete, gingen 2012 im kleinsten Bundesland rechnerisch 272 von 100 000 Einwohnern pleite. Damit rangierte Bremen im relativen Vergleich bundesweit bei den Verbraucherinsolvenzen auf Platz eins - gefolgt von Niedersachsen mit 209 Fällen je 100 000 Einwohner. In ganz Deutschland wurden unter 100 000 Bürgern durchschnittlich 159 private Pleiten registriert. Am wenigsten gab es in Bayern (115) und Baden-Württemberg (116).

In absoluten Zahlen gemessen gingen die Privatinsolvenzen in Bremen verglichen mit 2011 jedoch um 6,9 Prozent auf 1800 zurück. In Niedersachsen gab es im vorigen Jahr nach Bürgel-Angaben knapp 16 600 Fälle (-4,2 Prozent), die meisten mit 31 000 im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (-4,4). Nur in Thüringen (+1,3/3200) und Sachsen-Anhalt (+0,3/4400) kam es zu leichten Zuwächsen.

Bundesweit meldeten insgesamt fast 130 000 Einwohner eine private Insolvenz an. Das war gegenüber 2011 ein Rückgang um 4,6 Prozent. Bürgel führte dies auf die positive Lage am Arbeitsmarkt zurück.

Nach dem rückläufigen Trend 2012 könnten im laufenden Jahr den Einschätzungen zufolge allerdings wieder mehr Bundesbürger betroffen sein. Seit Oktober sei eine steigende Zahl von Privatinsolvenzen zu beobachten, hieß es. Vor allem Menschen im Niedriglohnsektor seien bedroht, wenn sich die Ausgaben bei stagnierenden Einnahmen erhöhten. Auch Erwerbslosigkeit, gescheiterte Selbstständigkeit oder die finanziellen Folgen von Scheidungen spielten dabei eine Rolle. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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