Bad Rehburg

Betrunkener Straftäter kehrt freiwillig in Maßregelvollzug zurück

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Niedersachsens Landespolizeipräsident Uwe Binias spricht am Freitag während einer Pressekonferenz in Hannover vor Medienvertretern. Ein aus dem Maßregelvollzug im niedersächsischen Bad Rehburg geflohener 20 Jahre alter Straftäter ist in die Einrichtung zurückgekehrt.

Hannover - Sturzbetrunken ist ein 29-Jähriger nach seiner Flucht in den Maßregelvollzug zurückgekehrt. Von einem zweiten geflüchteten Straftäter fehlt auch nach sechs Wochen immer noch jede Spur.

Sechs Tage nach seiner Flucht aus dem Maßregelvollzug in Bad Rehburg ist ein 29 Jahre alter Straftäter wieder freiwillig in die Anstalt zurückgekehrt. Der am Samstag bei einem begleiteten Freigang entkommene Mann habe sich in der Nacht zum Freitag wieder zurückgemeldet, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) in Hannover. Jedoch habe er noch nicht vernommen werden können, da er sturzbetrunken mit mehr als drei Promille Alkohol im Blut zurückgekehrt sei.

Im Maßregelvollzug in Zeven (Kreis Rotenburg) warten die Verantwortlichen noch auf einen Insassen. Der bereits seit Mitte September flüchtige 21-Jährige konnte trotz eingeleiteter Öffentlichkeitsfahndung noch immer nicht gefunden werden.

Wegen der langen und erfolglosen Fahndung laufe inzwischen eine interne Diskussion zwischen der zuständigen Polizei in Zeven und Delmenhorst sowie dem Innenministerium, sagte Landespolizeipräsident Uwe Binias. In diesem Zusammenhang werde auch geprüft, ob die Informationen in entsprechenden Situationen künftig zentralisierter gesammelt und verarbeitet werden könnten.

Die Polizei macht den 21-jährigen Mann, der bereits vor seiner Flucht als „therapieresistent“ eingestuft wurde, derzeit für eine Raubserie im Nordwesten verantwortlich, die er seit seiner Flucht begangen haben soll. Allein in Oldenburg soll er drei Spielhallen und ein Geschäft überfallen haben. Weitere Tatorte lägen in Achim, Bremen und Wildeshausen sowie in den Kreisen Nienburg, Oldenburg und Rotenburg.

Als Folge der Ausbrüche kündigte Sozialministerin eine generelle Überprüfung sowie Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen im Maßregelvollzug an. Dies sehe neben baulichen Veränderungen und dem Einsatz von Nato-Draht auch personelle Konsequenzen vor. Schon 2015 sollen 50 zusätzliche Stellen geschaffen werden - derzeit arbeiten in Niedersachsen rund 1000 Menschen im Maßregelvollzug. Dagegen lehnt Rundt die Einstellung von Vollzugsbeamten wie in Gefängnissen ab, es werde aber geprüft, wie die Maßregelvollzugsmitarbeiter besser zu Sicherheitsfragen geschult werden könnten.

Auch wenn es mit drei erfolgreichen Fluchtversuchen derzeit eine Häufung gebe, bewege sich die Zahl über das Jahr gesehen im normalen Schnitt, betonte Rundt. Wie in den Vorjahren liege die Zahl bei 15 bis 16. Erst in der vergangenen Woche war in Kassel nach einer dreiwöchigen Flucht ein aus dem Maßregelvollzug in Moringen geflohener Mann wieder gefasst worden.

Im niedersächsischen Maßregelvollzug sind derzeit rund 1300 Menschen untergebracht. Während die Gesamtzahl seit Jahren weitgehend konstant ist, steigt der Anteil von schweren Straftätern sowie Patienten mit Suchtproblemen stetig. Die Gerichte schauten immer häufiger bei ihren Urteilen, ob ein Täter wegen verminderter Schuldfähigkeit infolge psychischer Erkrankungen oder Drogensucht im Maßregelvollzug untergebracht werden müsse, sagte Rundt. Ihre Zahl habe sich in den vergangenen zehn Jahren von 250 auf 500 verdoppelt.

Quelle: kreiszeitung.de

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