Corona-Varianten

Maskenpflicht in Bus und Bahn bleibt – Lauterbach warnt vor Delta-Rückkehr

Niedersachsen will an der Maskenpflicht festhalten, während Karl Lauterbach den Blick in den Herbst richtet und vor einem Delta-Comeback mahnt.

Hannover – Die Corona-Zahlen in Niedersachsen sind vielleicht nicht im freien Fall, aber die Corona-Infektionszahlen mit Omikron und Omikron BA.2 gehen derzeit stetig zurück. Dennoch sieht das Bundesland keine Veranlassung, etwas an der derzeitigen Regelung im ÖPNV zu verändern. Stattdessen will die Politik weiterhin an der Maskenpflicht in Bus und Bahn festhalten. Währenddessen wagt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bereits in einen Blick in die Zukunft und warnt nicht nur eindringlich vor einer neuen Omikron-Welle im Herbst, sondern gleichermaßen vor einer Rückkehr der Delta-Variante.

Maskenpflicht in Bus und Bahn in Niedersachsen bleibt – Gesundheitsminister Lauterbach plädiert ebenfalls dafür

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) sprach sich beim NDR am Freitag, 13. Mai 2022, weiterhin dafür aus, an der Maskenpflicht festzuhalten, da die Maske gerade in Innenräumen ein wirksamer Schutz sei. Als Gründe fügte sie beispielsweise an, dass die Corona-Zahlen im bundesweiten Vergleich relativ hoch seien, werde man an diesem Basisschutz weiter festhalten.

Am Samstag, 14. Mai, meldete das Robert Kocht-Institut (RKI) weitere 8.678 Corona-Neuinfektionen. Die aktuelle Corona-Inzidenz (653,3) ist damit im Vergleich zum Vortag (663,7) erneut leicht abgefallen. Die Erklärung, weiter an der Maskenpflicht in Bus und Bahn in Niedersachsen festzuhalten, könnte auch als direkte Reaktion auf den Vorstoß von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) interpretiert werden. Wissing hatte bereits am Donnerstag ein Ende der Corona-Maskenpflicht in öffentlichen Transportmitteln in Spiel gebracht.

Eine Idee, die auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach für verfrüht hält. Lauterbach erklärte, dass er eine Abschaffung der Maskenpflicht in Bus und Bahn für das falsche Signal halte, da nach seiner Ansicht die Pandemie keineswegs vorüber sei.

Niedersachsen winkt bei Fall der Maskenpflicht in Bus und Bahn ab – Lauterbach warnt vor Rückkehr von Delta

Während sich Niedersachsen keineswegs von der Maskenpflicht in Bus und Bahn verabschieden will, warnt der SPD-Politiker Karl Lauterbach zudem, dass die Corona-Pandemie noch nicht vorbei sei und vielmehr eine Rückkehr der Delta-Variante im Hinblick auf den Herbst 2022. Lauterbach bezieht sich mit seiner Aussage auf eine neue Studie aus Israel, die zur weiteren Vorsicht mahne. „Eine Omikron-Welle im Herbst ist zwar wahrscheinlich. Aber selbst die gefährlichere Delta-Variante könnte zurückkommen“, ließ Lauterbach bei der Rheinischen Post verlauten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält die Abschaffung der Maskenpflicht in Bus und Bahn für das falsche Signal.

Nach Angaben der Rheinischen Post habe die Studie aus Israel das Abwasser analysiert, dass sich neben der mittlerweile vorherrschenden Omikron-Variante auch die Delta-Variante halten könnte. Bedenklich an diesen Ergebnissen ist, dass Delta als gefährlicher gilt, da die Corona-Variante mehr schwere Verläufe auslöst.

Strategiewechsel bei Corona: Lauterbach will Impfstoffstrategie abändern – „Das wird sehr teuer“

Darüber hinaus will Lauterbach auch im Hinblick auf den Herbst einen Strategiewechsel bei den Impfungen und vor allem bei der Impfstoffproduktion herbeiführen, um sowohl für Omikron als auch für Delta gerüstet zu sein. Man müsse sich auf beide Szenarien – Delta und Omikron – einstellen. „Wir brauchen Impfstoff gegen beide Varianten“, sagte er. „Das wird sehr teuer. Aber ein weiterer verpasster Herbst wäre für die Wirtschaft unbezahlbar“, erklärte der SPD-Gesundheitsminister seinen Vorstoß.

Schon jetzt könne man etwas tun: „Auch im Sommer sollten wir achtsam bleiben“, sagte Lauterbach. „Dazu gehört die Maskenpflicht im ÖPNV und auch im Flugzeug. Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen.“

Corona: Lauterbach macht der Union schwere Vorwürfe - Impfpflicht hätte Tote und Beschränkungen vermeiden können

Des Weiteren ließ Lauterbach kein gutes Haar an der Union, die sich bei der Durchsetzung der Impfpflicht im Bundestag quergestellt hätte. Auch jetzt ist für ihn immer noch ein schwerer Fehler. „Die Impfpflicht hätte alles einfacher gemacht“, zitiert die Rheinische Post den Gesundheitsminister.

„Die Union trägt die Schuld, wenn die Impflücke zu vermeidbaren Toten und Beschränkungen führt. Ohne ihre parteitaktische Blockade wäre die Impfpflicht gekommen“, sagte Lauterbach. Die Warnung vor einer möglichen Rückkehr der Delta-Variante ist dabei nicht neu, denn bereits andere Forscher hatten eindringlich vor einem Delta-Comeback gewarnt.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken | dpa

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