Söder lobt Zivilcourage

Mann stoppte Würzburg-Attentäter: „Ich bin traurig, dass ich nicht früher da war“

Chia Rabiei riskierte mit einer couragierten Rettungsaktion beim dramatischen Würzburg-Attentat sein Leben. Dennoch plagt ihn ein schlechtes Gewissen.

Würzburg – Innerhalb kurzer Zeit machten in den sozialen Medien tausende Ausschnitte des dramatischen Attentats von Würzburg die Runde. Ein 24-jähriger Mann hatte am Freitagnachmittag, dem 25. Juni, drei Frauen erstochen und sieben Menschen schwer verletzt. Ein trauriger Tag, der viele schlimme Schicksale in Würzburg offenbarte* und für viele Passanten der Würzburger Innenstadt hätte noch tragischer enden können.

Stadt:Würzburg
Fläche:87,63 km²
Bevölkerung:127.880 (2019)
Vorwahl:0931

Ähnlich wie bei einer Messer-Attacke in Hamburg-Harburg*, sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Doch, wie die tausenden Videos im Internet belegen, ist es vor allem einer Person zu verdanken, dass der Täter nicht noch mehr Unheil anrichten konnte. Es war Chia Rabiei, dem es gelang den Mörder von Würzburg zu stoppen. Doch als Held versteht sich der 42-Jährige trotzdem nicht.

Chia Rabiei wehrte sich furchtlos gegen den Mörder von Würzburg

Scheinbar furchtlos näherte sich Chia Rabiei dem 24-jährigen Würzburg-Mörder, der zuvor bereits in Sachsen aufgefallen war*. Der 42-jährige Mann aus Iran, der aktuell in einer Asylunterkunft lebt, musste zusehen, wie eine Frau am Boden lag und schwer blutete. Die Situation war für alle Passanten der Würzburger Innenstadt gefährlich, dennoch entschied sich der Familienvater entschlossen einzugreifen. Wie er nach dem Attentat Medienberichten zufolge sagte, sei es seine Verpflichtung gewesen.

„Wenn ich Angst hätte, dann wäre ich wie die anderen hinten gestanden oder wäre abgehauen“, so Rabiei. Stattdessen nahm er all seinen Mut zusammen, um den Täter aufzuhalten. Während sein erster Versuch, ihm das Messer abzunehmen scheiterte, brachte letztendlich sein Rucksack den Attentäter ins Stoppen.

Chia Rabiei stoppte den Würzburg-Attentäter.

Söder zeigt sich begeistert von der Zivilcourage und möchte Chie Rabiei Tapferkeitsmedaille verleihen

Dass seine Rettungsaktion auch bei ihm Spuren hinterlässt, ist in Anbetracht des traumatischen Vorfalls nur nachvollziehbar. Nachts könne er nicht mehr schlafen, zu schlimm waren die Szenen, die er mit den eigenen Augen ansehen musste. Doch seit den dramatischen Szenen plagen den 42-jährigen Selbstzweifel und ein schlechtes Gewissen. „Mir tut es leid, dass ich nicht früher gekommen bin. Wäre ich fünf oder zehn Minuten früher gekommen, wäre vielleicht diese Frau noch am Leben“.

„Ich bin traurig, dass ich nicht früher da war“, fasst er seine Gefühlslage zusammen. Doch während Chia Rabiei jegliche Heldenbildung von sich weist, ehren Menschen seinen Einsatz. Mit einem Brief an die Öffentlichkeit wendete sich etwa Würzburgs Oberbürgermeister* und lobte seine Zivilcourage. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) bedankte sich bereits und stellte ihm eine Belohnung in Aussicht. Laut Berichten des BR möchte Söder ihm schon bald eine Tapferkeitsmedaille verleihen. *24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Carolin Gißibl/dpa

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