Zeichen der Unterstützung für LGBTQI+-Gemeinschaft

Mann fühlt sich von Regenbogen-ICE diskriminiert – Bahn kontert genial

Die Deutsche Bahn hat einen Regenbogen-ICE von Berlin nach München zum Christopher Street Day geschickt. Das gefiel nicht allen – doch die Bahn konterte genial.

Berlin/München – Die Deutsche Bahn ist vielleicht nicht immer ganz pünktlich, aber dafür ganz schön schlagfertig. Ein Twitter-User hat sich über den bunten Regenbogen-ICE aufgeregt, der als Zeichen der Unterstützung für die LGBTQI+-Gemeinschaft gilt. Doch die Bahn wies den Pöbler direkt in die Schranken. Regenbögen sind auch bei der UEFA leider nicht besonders beliebt, wie wir alle wissen-.

EisenbahnunternehmenDeutsche Bahn
CEORichard Lutz
Gründung1994, Berlin
Umsatz42,7 Milliarden EUR (2017)

Regenbogen-ICE für offene und tolerante Gesellschaft

Die Deutsche Bahn hat vergangene Woche einen ICE mit einem aufgeklebten Regenbogen-Streifen auf die Reise geschickt, um ein Zeichen für eine offene und tolerante Gesellschaft: zu setzen. Es gehe dabei nicht um Symbolik, „sondern um Haltung, gesellschaftliches Miteinander und konkrete Lebensbedingungen“, teilte Bahnchef Richard Lutz am Freitag mit. Auch die Lufthansa hat einen wichtigen Schritt in Sachen Toleranz gemacht. Beim HVV in Hamburg wurde der umstrittene Begriff „Schwarzfahrer“* gestrichen.

„Que(e)r durch Deutschland“ heißt das Motto, mit dem die DB den Regenbogen-ICE vorstellt und Position bezieht.

Twitter-User regt sich über Regenbogen-ICE auf: „Diskriminierung von Heterosexuellen“

Einen Twitter-User brachte der Regenbogen-ICE auf die Barrikaden. In einem Tweet, den der User mittlerweile selbst gelöscht hat, forderte er die Deutsche Bahn auf, „bekanntzugeben, wann und wo dieser Zug zum Einsatz kommt”. Er nannte als Grund: „Das ist nämlich eine Diskriminierung von Heterosexuellen und ich weigere mich, diesen Zug zu benutzen.”

Das Social-Media-Team ließ sich gar nicht erst auf eine Diskussion ein konterte genial-trocken: „Laufen soll sehr gesund sein. Viel Vergnügen!”, gaben sie dem erbosten User zu verstehen. Danach war der Tweet verschwunden. Tja, nach diesem deutlichen Statement der Deutschen Bahn war es dem Twitter-User offenbar wohl doch unangenehm, so einen Blödsinn in die Social-Media-Welt gesetzt zu haben. Selbst bei der Bundeswehr möchte man auf eine gendergerechte Kommunikation setzen und benennt darum die Einmannpackung um. Spielzeughersteller Lego setzt ebenfalls ein Zeichen und bring ein Regenbogen-Set auf den Markt. Denn auch Spielzeug für Kinder kann teilweise rassistisch sein.

ICE mit dem Regenbogen fährt zum Christopher Street Day

Mit dem neuen Branding will die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben auch das Engagement des Mitarbeitenden-Netzwerks „railbow“ ehren, das sich für die Interessen von LGBTQI+-Beschäftigten einsetzt. Der ICE mit dem Regenbogen fuhr vom Berliner Hauptbahnhof aus nach München. Dort wurde am 9. Juli der Christopher Street Day gefeiert.

„Das Regenbogen-Branding bleibt auf unbestimmte Zeit bestehen“, teilte die Bahn mit. Da muss der beleidigter Twitter-User wohl noch eine Weile länger laufen, wenn er sich von einem Zeichen, das für Toleranz und Offenheit steht, diskriminiert fühlt. Erst kürzlich löste eine Zugdurchsage eine hitzige Debatte aus. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl

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