Göttingen

Lackierer filmt jeden Missbrauch der kleinen Patentochter

Göttingen. Leugnen wäre zwecklos: Ein Maler und Lackierer aus Göttingen hat seine kleine Patentochter jahrelang sexuell missbraucht und die Beweise gleich mitgeliefert - er hat jedes Verbrechen gefilmt.

Im Saal 24 des Landgerichts Göttingen herrscht eine beklemmende Stimmung, während Staatsanwalt Jens Christokat die Anklage erhebt. Es dauert fast eine Stunde, bis alle Vorwürfe verlesen sind: Jahrelang soll der angeklagte Maler und Lackierer seine kleine Patentochter immer wieder sexuell missbraucht haben. Der Staatsanwalt schildert jedes Detail der Verbrechen. Der Angeklagte hat die Beweise selbst geliefert und die Taten auf Videofilm festgehalten.

Laut Anklage hat sich der 44-Jährige zwischen 2006 und 2011 mindestens 30 Mal an dem Kind vergangen. Bei den ersten Taten war das Mädchen noch nicht einmal sechs Jahre alt. Der Patenonkel habe dabei Gewalt angewendet, das Opfer erniedrigt und körperlich schwer misshandelt. Um die Verbrechen ins Bild zu setzen, habe der Angeklagte immer wieder die Position seiner Kamera geändert und dem Opfer Verhaltensanweisungen gegeben.

Teilweise habe der Angeklagte mit dem Mädchen Szenen aus Gewalt-Pornofilmen nachgestellt, sagte der Staatsanwalt. Das Kind wurde während der sexuellen Misshandlung festgehalten, niedergedrückt und am Hals gewürgt, bis es keine Luft mehr bekam und hilflos röchelte. Bitten und Flehen des Opfers habe der Angeklagte ignoriert, so der Staatsanwalt. Der Onkel habe dem Kind den Mund zugehalten, wenn es schrie. Auch wenn das Mädchen weinte, habe er seine Handlungen ungerührt fortgesetzt.

Der Verteidiger kündigte ein umfassendes Geständnis des Angeklagten an, um dem Opfer eine Zeugenaussage vor Gericht zu ersparen. Für die Aussage des 44-Jährigen schloss das Gericht die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigung von der Verhandlung aus. Der Prozess soll am 7. September fortgesetzt werden.

Quelle: kreiszeitung.de

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