Journalist in Rage

„Macht Gesellschaft kaputt“: Heiner Bremer rechnet mit Gender-Debatte ab

Heiner Bremer übt große Kritik an der Gender-Debatte. Die Beanspruchung von Deutungshoheit sei ein entscheidender Faktor, der die Gesellschaft schaden würde.

Hamburg – Die Diskussion rund um die Gendersprache polarisiert weiterhin. Im Zuge des Diskurses über die sprachliche Möglichkeit, die alle Geschlechter diskriminierungsfrei adressieren soll, werden aktuell immer mehr kritische Stimmen laut. Meinungsstark meldet sich nun auch Heiner Bremer zu Wort und rechnet knallhart mit der Gender-Debatte ab. Anhand der Gender-Diskussion mache sich ein Trend bemerkbar, der der Gesellschaft großen Schaden zufügen würde.

Journalist und Fernsehmoderator:Heiner Bremer
Geboren:11. Juli 1941 (Alter 80 Jahre), Pinneberg
Bücher:Dein Recht als Autofahrer, Geisel Europa, uvm.
Filme:Voll auf der Kippe

Gender-Debatte: Heiner Bremer kritisiert Deutungshoheit

Der Einfluss der Gender-Debatte ist bundesweit spürbar. In Hamburgs Behörden wird nun offiziell gegendert* und auch die Bundeswehr gendert nun bald ihre „Einmann-Packung“ *. Viele Politiker und Prominente haben sich bereits zur Thematik geäußert. Nachdem zuletzt Hamburgs CDU-Chef darauf gepocht hatte, die Gender-Sprache per Gesetz verbieten zulassen, knüpft sich nun auch Politikjournalist Heiner Bremer die Gender-Debatte vor.

Während Literaturkritikerin Elke Heidenreich in der Gendersprache eine Verhunzung der Sprache sieht, ist das Gendern aus Sicht des ehemaligen „Stern“-Journalisten aus einem ganz anderen Grund besorgniserregend. Es würde sich ein gesellschaftlicher Trend bemerkbar machen, der sich nun in der Gender-Diskussion fortschreite.

Einzelne Gruppen würden demnach eine Deutungshoheit beanspruchen, die nur ihre eigene Meinung toleriere. Gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur in Hamburg verschafft sich Heiner Bremer nun Luft: „Schutzrechte für die Minderheiten“ seien wichtig –„aber es kann nicht so sein wie jetzt, wo Minderheiten meinen, allein sie wären im Recht“, so der Politikjournalist.

Journalist Heiner Bremer hat eine klare Meinung zur Gender-Debatte.

Gender-Debatte in der Kritik: Heiner Bremer fordert eine „liberal-tolerante Grundhaltung“

So sieht Heiner Bremer anhand der aktuellen Gender-Debatte, die in Hamburg sogar Einfluss auf den Straßenverkehr hat*, die Diskussionskultur gefährdet. Gegenargumente würden bereits im Vorfeld weggewischt. Es ginge gar nicht, „wenn es gleich einen Shitstorm gibt, wenn jemand diese Meinung infrage stellt“, meint Bremer. Das Demokratieverständnis des studierten Juristen sehe allerdings eine offene Debatte vor, in der die Mehrheit entscheide. Ähnlich sieht es wohl der VW-Mitarbeiter, der den Konzern aktuell wegen der Gender-Sprache verklagt *– „heuchlerischer Gender-Wahn“ sei das alles, so sein Weltbild.

„Macht die Gesellschaft kaputt“: Heiner Bremer findet deutliche Worte

Heiner Bremer fordert eine „liberal-tolerante Grundhaltung“, die für alle Meinungen offen sei. Das sei das richtige Mittel, „wenn man von rechtsstaatlicher Demokratie überzeugt ist.“ Weiter redet sich Bremer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg in Rage: „Es macht die Gesellschaft kaputt, wenn einzelne Gruppen meinen, sie hätten die Wahrheit gepachtet.“ Das klingt alles fast so entrüstet wie das Statement von Scooter-Frontmann H.P. Baxxter: Der findet gerndern „zum Kotzen“. An Zündstoff mangelt es der Debatte also wahrlich nicht. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey/dpa

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