Vernehmung eines Opfers

Prozess um Familienfehde in Lüneburg fortgesetzt

Lüneburg - Mit der Vernehmung eines Opfers ist am Dienstag der Prozess um eine blutige Auseinandersetzung zweier Familien-Clans vor dem Klinikum Lüneburg fortgesetzt worden. Der Mann hatte bei der Tat im September 2014 mehrere Schussverletzungen erlitten.

In dem Prozess geht es um einen Streit zwischen zwei Großfamilien, sieben Männer müssen sich verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem versuchten Mord vor. Drei Angeklagte hatten einen Teil der Vorwürfe gegen sie eingeräumt.

Am vergangenen Donnerstag war es im Anschluss an die Verhandlung am Landgericht zu einem handfesten Streit zwischen drei Frauen gekommen, zwei mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Zudem wurden drei Männer der angeklagten Familie von dem anderen Clan angegriffen. 25 Sicherheitskräfte von Justiz und Polizei waren deshalb am Dienstag für den Prozess abgestellt, der Zuschauerraum ist durch eine schusssichere Sicherheitsscheibe vom Verhandlungsraum getrennt.

Der Zeuge, bei dem es sich um einen Familienvater handelte, berichtete von einem lange währenden Streit. Der Konflikt zwischen den beiden Familien libanesisch-kurdischer und türkisch-kurdischer Herkunft schwelt schon seit Jahren. Eine der Familien gehört den sogenannten Mhallamiye-Kurden an, die staatliche Autoritäten oft nicht anerkennen.

Im Jahr 2010 habe es eine Versöhnung geben sollen, die gegnerische Familie sei aber mit 25 Personen über sie hergefallen, berichtete der Zeuge am Dienstag. Zu der Auseinandersetzung im Herbst 2014 sagte er laut einem Dolmetscher: „Das ist eine schwierige Situation mit der Schießerei. Das läuft wie ein Film in meinem Kopf ab und ich kann nur versuchen, mich an Einzelheiten wie Entfernungen und Bewegungsabläufe der Täter zu erinnern.“ Für der Prozess sind weitere Termine bis Frühjahr 2016 terminiert.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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