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LNG-Anleger in Wilhelmshaven wird deutlich teurer

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Von: Fabian Raddatz

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Ein Schiff kann kommen: der Anleger für das LNG-Terminal in der Nordsee vor Wilhelmshaven.
Ein Schiff kann kommen: der Anleger für das LNG-Terminal in der Nordsee vor Wilhelmshaven. © Sina Schuldt/dpa

Der neue Anleger für das Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven wird nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wohl teurer als geplant.

Wilhelmshaven/Hannover – Die Kosten für den LNG-Anleger in Wilhelmshaven haben sich erhöht – von anfangs 45 um elf weitere Millionen auf nun 56 Millionen Euro. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Niedersachsen mit. Damit mache der neue Anleger nur einen kleinen Anteil der Kostensteigerungen für die aufzubauende LNG-Infrastruktur aus.

Angesichts der starken allgemeinen Preissteigerung fällt die Erhöhung nach Einschätzung des Hauses damit „relativ moderat“ aus, heißt es. Von der Summe übernimmt der Bund 40 Millionen Euro, den Rest bezahlt das Land Niedersachsen. Der Anleger wurde von der landeseigenen Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts errichtet.

LNG-Anleger in Wilhelmshaven wird wohl 11 Millionen Euro teurer: „Absolut vertretbar“

„Die Kostensteigerungen sind angesichts der enormen Kostensteigerungen bei Baumaterialien und Energie und im Lichte der enormen Bedeutung des Projekts für Deutschlands Unabhängigkeit von russischem Gas aus meiner Sicht absolut vertretbar“, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Wilhelmshaven habe dank der vorhandenen Infrastruktur deutschlandweit bestmögliche Voraussetzungen, um kurzfristig ein LNG-Importterminal aufzubauen.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Anschaffung und der Unterhalt der schwimmenden LNG-Terminals Deutschland insgesamt mindestens 3,5 Milliarden Euro mehr kosten wird als bislang geplant. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums hat sich der Gesamtbedarf 2022 auf rund 6,56 Milliarden Euro an Haushaltsmitteln erhöht.

Die Mehrkosten für die LNG-Terminals bezögen sich vor allem auf die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Bundesregierung und den Terminalbetreibern und Charterern, teilte das Wirtschaftsministerium in Hannover mit.

Deutschlands erstes LNG-Terminal in Wilhelmshaven soll Abhängigkeit von Russland verringern

Mit den LNG-Importterminals will Deutschland Ersatzlieferungen für fehlendes Pipeline-Gas aus Russland ermöglichen. Der Anleger für das Importterminal in Wilhelmshaven wurde vergangene Woche fertiggestellt. Er ist der erste seiner Art in Deutschland. Mitte Dezember soll ein Spezialschiff für den Import von Flüssigerdgas anlegen, an dem dann LNG-Tanker andocken können.

„Die frühzeitige Entscheidung, Wilhelmshaven als Drehscheibe für LNG-Importe zu wählen, war richtig“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) anlässlich der Eröffnung am Dienstag, 15. November 2022. Laut Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) soll der neue Anleger einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Niedersachsen und in Deutschland leisten. Ziel sei eine schnelle Umstellung auf grüne Gase und eine Verringerung von Importen fossiler Energie.

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