150.000 US-Dollar pro Beklagten

Lebenslanger Schaden: „Nirvana-Baby“ klagt auf massiven Schadensersatz

Kläger Specter Elden war vier Monate alt, als Bilder von ihm für das Nirvana-Album-Cover gemacht werden. Dreißig Jahre später fordert er Schadensersatz.

Los Angeles, USA – 1991 veröffentlichte die US-amerikanische Rockband Nirvana ihr zweites Album „Nevermind“. Es gilt als eines der Stil-prägendsten Rockalben der 1990er Jahre. Dass das renommierte Musikmagazin „Rolling Stone“ das Album auf Platz sechs ihrer aktualisierten Top-500 Liste der besten Musikalben aller Zeiten setzte, unterstreicht einmal mehr seinen Wert für die Musikwelt. Nirvana rund um Rock-Ikone Kurt Cobain konnte mit „Nevermind“ auch kommerziell Erfolge feiern: Über 30 Millionen Mal wurde das Album weltweit verkauft und ist auch in den Zählungen der meistverkauften Alben aller Zeiten weit vorne.

Album:Nevermind
Künstler:Nirvana
Erscheinungsdatum:24. September 1991
Besetzung:Kurt Cobain – Gitarre, Gesang: Krist Novoselic – Bass: Dave Grohl – Schlagzeug

Dreißig Jahre nach seiner Veröffentlichung gerät das Musikalbum allerdings in große Kritik. Anlass bieten nicht dessen Songtexte oder etwa polarisierende Aussagen der Band. Ein Mann aus Amerika verklagt die Band und weitere Beteiligte aufgrund des Album-Covers. Die Höhe des Schadensersatzes belaufe sich auf rund 150.000 US-Dollar – von jedem Beklagten. Der Grund: Das „Nevermind“-Cover zeigt den Kläger Spencer Elden im Alter von vier Monaten, wie er nackt in einem Pool schwimmt. Seiner Anklageschrift zufolge habe er „lebenslange Schäden erlitten und werde sie weiterhin erleiden“.

Eklat um Nevermind von Nirvana: Kläger sei „für immer verbunden mit der kommerziellen sexuellen Ausbeutung“

Weltweit geht „Nevermind“ bis zum heutigen Tage über die Ladentheke. Erst Ende Juni erreichte dessen Lead-Single „Smells Like Teen Spirit“ eine Milliarde Streaming-Plays auf Spotify. Neben dem Oasis-Klassiker „Wonderwall“ aus dem Jahre 1995 ist es überhaupt erst der zweite 90er-Jahre-Song, der sich einer solchen kommerzieller Beliebtheit erfreut. Die vielen Auszeichnungen zeigen, dass die „Nevermind“-Songs auch 30 Jahre nach Veröffentlichung kein Stück ihrer Relevanz eingebüßt haben.

Ganz zum Leidwesen von Specter Elden, der nun dem Bundesgericht von Los Angeles eine Klage eingereicht hat. Sein Name und seine Identität seien „für immer verbunden mit der kommerziellen sexuellen Ausbeutung“, sagt der mittlerweile 30-jährige Specter Elden. Die Angeklagten rund um Ex-Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl, der vor Kurzem mit einem Lockdown-Song überraschte*, hätten „wissentlich kommerzielle Kinderpornografie produziert, besessen und beworben“.

Nevermind-Baby klagt Nirvana nach 30 Jahren wegen „emotionalem Schaden“. (24hamburg.de-Montage)

Das besagte Album-Cover von „Nevermind“ zeigt den damals vier Monate alten Specter Elden. Nackt in einem Pool schwimmend, baumelt vor ihm ein Dollarschein an einem Angelhaken. Zufolge des Klägers deutet das Foto, angeblich ausgewählt vom verstorbenen Frontmann Kurt Cobain, zu dessen Tod Fans kürzlich das FBI um Mordermittlung baten, auf eine „Sexarbeiterin, die nach einem Dollarschein greift“.

Nevermind Nirvana: Für einen höheren Album-Verkauf – Band hätte sich nicht an Versprechen gehalten

Wie der Sender „CBS Los Angeles“ berichtet, hätten Eldens Eltern nie eine Freigabe des Fotos unterzeichnet. In der Folge wurde „Nevermind“ millionenfach verkauft, während seine Eltern am Tag der Aufnahme gerade einmal 200 US-Dollar erhalten hätten. Darüber hinaus beklagt Elden, dass die Verantwortlichen damals versprochen hätten, seine Genitalien mit einem Aufkleber unkenntlich zu machen. Diesem Versprechen seien sie aber nie nachgekommen.

Provokation mit der Intention den Verkauf steigern zu können, hätte die Band veranlasst, sich für dieses Album-Cover zu entscheiden. Eine übliche Musik-Marketingstrategie, so Elden. Die Band äußerte sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen. *24hamburg.de und extratipp.com sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kirk Weddle/Geffen Records & LFI/imago

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