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„Innere Stimmen“: Mann soll Gullydeckel von A7-Brücke geworfen haben

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Von: Fabian Raddatz, Yannick Hanke

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Unbekannte werfen Gullydeckel von A7-Brücke: Frau lebensgefährlich verletzt
Ermittler sichern am Samstag Spuren: Einem 50-Jährigem wird vorgeworfen, zwei Gullydeckel auf die Autobahn geworfen zu haben. Einer traf die Windschutzscheibe eines Autos. Der Fahrer wurde schwer verletzt, die Beifahrerin sogar lebensbedrohlich. © Clemens Heidrich/dpa

Als ein Gullydeckel plötzlich in ihre Windschutzscheibe kracht, werden ein 52-Jähriger und eine 43-Jährige verletzt. Ein Mann wird festgenommen.

Update vom 23. August um 20:41 Uhr: Wie der Landkreis Hildesheim am Dienstag, 23. August 2022, mitteilte, soll der Sozialpsychiatrische Dienst keine Handhabe gehabt haben. Denn laut einem Betreuungsgutachten fanden sich bei dem Mann keine Hinweise auf Eigengefährdung wie Selbstverletzung oder Suizidalität. Und auch eine Fremdgefährdung, also mögliche ausgesprochene Drohungen, fremdgefährdendes Verhalten oder Taten, seien von dem Mann nicht erwähnt worden.

Mutmaßlicher Gullydeckel-Werfer wurde schon als psychisch krank eingestuft

Seit 2013 ist ein Sozialpädagoge für den Mann verantwortlich, der zwei Gullydeckel von der A7-Brücke geworfen haben soll. Der Sozialpädagoge sei von dem Tatverdächtigen nie mit Drohungen gegen Dritte konfrontiert worden, berichtet der NDR. Hinweise auf eine Fremdgefährdung hätten demnach nicht vorgelegen.

Wie das Amts- und Landgericht Hildesheim mitteilte, hätte es für eine Unterbringung des Mannes einen Antrag des Landkreises gebraucht. Doch sei dies laut Gerichtssprecher Steffen Kumme nicht erfolgt. Ein Gutachten hatte den Mann, der am Samstag, 20. August, zwei Gullydeckel auf die A7 geworfen haben soll, schon als psychisch krank eingestuft.

Update vom 22. August um 10:30 Uhr: Wie nun die Hildesheimer Allgemeine Zeitung schreibt, handelt es sich bei dem 50-jährigen Tatverdächtigen um einen polizeibekannten und vorbestraften Intensivtäter. Die Liste seiner Straftaten soll lang sein: Diebstähle, Taten mit Gullydeckeln – seit Jahren beschäftigt er die Behörden.

Zu seiner Tat auf der A7 sollen ihn innere Stimmen getrieben haben, heißt es. Die Gullydeckel, die er von der Brücke schmiss, ließ er aus einem Industriegebiet in Harsum (Landkreis Hildesheim) mitgehen. 

Gullydeckel von A7-Brücke geworfen: Haftbefehl gegen 50-Jährigen erlassen

Update vom 21. August um 18:00 Uhr: Nachdem der Tatverdächtige Gullydeckel auf die Autobahn 7 geworfen haben soll, ist der Mann am Sonntag vor eine Richterin getreten. Diese erließ gegen den 50-Jährigen einen Haftbefehl. Der Verdächtige soll seit Jahren polizeibekannt sein.

Update vom 20. August um 16:45 Uhr: Die Polizei hat nach dem Vorfall auf der A7, bei dem ein Gullydeckel auf ein Auto geworfen wurde und zwei Personen verletzt worden waren, einen Tatverdächtigen festgenommen. Das berichtet der NDR. Demnach komme der mögliche Täter aus dem Landkreis Hildesheim und sei 50 Jahre alt. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstagnachmittag mitteilten, soll der Mann am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden.

A7: Frau durch Gullydeckel lebensgefährlich verletzt – Polizei stellt Tatverdächtigen

Erstmeldung vom 20. August um 10:30 Uhr: Hildesheim – Ein 52-jähriger Autofahrer wurde schwer, seine 43-jährige Beifahrerin lebensbedrohlich verletzt, nachdem ein Gullydeckel in der Nacht zu Samstag plötzlich auf ihrer Windschutzscheibe eingeschlagen war. Unbekannte hatten ihn von einer Brücke auf die Autobahn 7 bei Hildesheim geworfen.

Der zweite Gullydeckel landete auf der Gegenfahrbahn und beschädigte dort mindestens vier Fahrzeuge. Beide Fahrbahnen der A7 sind zwischen Hildesheim-Drispenstedt und dem Autobahnkreuz Hannover-Süd voll gesperrt. Die Polizei ermittelt.

Unbekannte werfen Gullydeckel von A7-Brücke: Frau lebensgefährlich verletzt

Weitere Blaulichtmeldungen aus der Region: Spezialeinheiten haben in der Nacht zu Samstag ein Waldgrundstück in Asendorf (Landkreis Diepholz) gestürmt. Der Hintergrund ist bislang unklar. Nach einer Messerstecherei ist in Hannover-Neustadt eine Person vor einer Pizzeria ums Leben gekommen. Auch in diesem Fall sind die Hintergründe bislang unklar.

Behörden in Bremen haben zudem ein „Haus des Grauens“ geräumt. Es seien unhaltbare Zustände gewesen, die sich den Mitarbeitenden von Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei, Gesundheitsbehörde und Bauamt geboten hätten

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