Auf 1.500 Seiten werden angebliche Bauverstöße angeprangert

Rund 700 Anzeigen wegen angeblicher Bauverstöße auf Langeoog

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Beim Landkreis Wittmund stapeln sich Hunderte anonymer Anzeigen wegen angeblicher Verstöße gegen das Baurecht auf der ostfriesischen Insel Langeoog.

Wittmund/Langeoog - Beim Landkreis Wittmund stapeln sich Hunderte anonymer Anzeigen wegen angeblicher Verstöße gegen das Baurecht auf der ostfriesischen Insel Langeoog. Rund 700 Objekte seien betroffen, darunter viele Ferienwohnungen.

Jeder einzelne Fall werde überprüft, sagte Landkreis-Bauamtsleiter Werner Hillie am Freitag. Der „Anzeiger für Harlingerland“ berichtete, dass die Kreisverwaltung sogar neue Mitarbeiter einstellen wolle, um allen Anzeigen nachgehen zu können. Es gehe zum Beispiel um zu steile oder zu schmale Treppen oder zu kleine Fenster, sagte Hillie.

Auf der Insel wird nun gerätselt, wer hinter den anonymen Anzeigen steckt. Insgesamt sind mehr als 1.500 Seiten Anzeigen per Post angekommen. Oft sind es Internetausdrucke von Anzeigen für Ferienwohnungen, meistens mit handschriftlichen Anmerkungen. „Wir wissen nicht, ob es eine Person ist oder mehrere. So etwas habe ich noch nie erlebt und habe auch nicht davon gehört“, sagte Hille. Unklar sei, ob es sich um einen Menschen mit großen Fachkenntnissen handelt: „Da wird oft ins Blaue geschossen.“

So hat sich nach Prüfung von einem Drittel der angezeigten Fälle gezeigt, dass bei zehn Prozent keine Beanstandungen vorlagen. 100 Prüfungsverfahren seien bereits eingeleitet. Dann folgten Gespräche mit dem Bauherrn und eine Ortsbesichtigung. Nach Hillies Ansicht werden sich viele Fälle durch nachträgliche Baugenehmigungen oder Änderungen klären lassen. Wenn aber zum Beispiel eine bestimmte Treppenbreite vorgeschrieben sei, dürfe diese nicht unterschritten werden, auch nicht um wenige Zentimeter.

Auf Langeoog gibt es maximal 10.000 Gästebetten, rund 210.000 Übernachtungsgäste bei 1,5 Millionen Übernachtungen im Jahr. Für Bürgermeister Uwe Garrels (parteilos) sind Verstöße gegen Bauvorschriften auf den ostfriesischen Inseln nicht ungewöhnlich: „Die gibt's vermutlich auch in Ferienorten auf dem Festland.“ Gleichwohl müssten sich alle an Bebauungspläne und Bauvorschriften halten.

Besonders kritisch seien Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften: „Hausbesitzer sollten sich rechtlich auf der sicheren Seite wissen. Im Unglücksfall muss etwa für den Versicherungsschutz eine gültige Baugenehmigung vorliegen“, sagte Garrels: Wer sich jetzt als Betroffener unsicher fühle, sollte schnell das Gespräch mit dem Bauamt suchen. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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