Auch in Niedersachsen

Landwirtschaftsministerin Klöckner forderte gezielte Abschüsse von Wölfen

Der Wolf sorgt immer wieder für politischen Zündstoff. Landwirtschaftsministerin Klöckner nimmt dazu eine klare Haltung ein und fordert einen härteren Umgang.

Hannover – Der Wolf in Niedersachsen ist ein großes Streitthema. Die einen fordern Schutz des Raubtieres, andere wollen ihn loswerden. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sendet nun ein klares Signal in der Wolfsdebatte. CDU-Politikerin Klöckner fordert einen härteren Umgang mit dem Wolf: „Der gute Erhaltungszustand beim Wolf ist in einigen Bundesländern, darunter Niedersachsen, erreicht. Deswegen setzen wir uns für ein regionales Bestandsmanagement ein“, sagte die Landwirtschaftsministerin am Montag.

TierartWolf
Bestand in Niedersachsen 250 bis 300
Wolfsrudel in NiedersachsenMindestens 30
Bestand in Deutschland (2020)rund 1300

In Deutschland gab es im Jahr 2019 mehr als 200 Millionen Nutztiere. Davon seien laut Glöckner fast 3000 Nutztiere durch Wolfsrisse getötet oder verletzt worden. „Wo soll das enden, wenn man es einfach ließe?“, so Klöckner. Die 2019 von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Verschärfung des Bundesnaturschutzgesetzes habe nicht gereicht. „Das habe ich von Anfang an gesagt, aber mit der SPD in der Regierung ging nicht mehr.“

Kritik für Klöckner auf Twitter

Auf Twitter hagelte es viel Kritik für die Bundeslandwirtschaftsministerin. Ein User schreibt: „2019 wurden mindestens 32,1 Millionen Tiere in Deutschland vom Menschen geschlachtet, aber 3000 durch den Wolf sind zu viel?“. In einem weiteren Beitrag hieß es: „Hauptsache für den Tierschutz einsetzen, aber den Abschuss von Wölfen genehmigen“. Erst vergangene Woche war Klöckner durch ihren Dienstwagen in Kritik geraten. Ihr Auto ist das klimaschädlichste der Bundesregierung.

Eine heiß diskutierte Angelegenheit: Soll der Wolf gezielt abgeschossen werden?

Die Diskussion um den Wolf in Niedersachsen sorgen seit mehreren Jahren für politischen Zündstoff. Auch illegale Abschüsse von Wölfen sind immer wieder Thema. Die häufigste Todesursache für den Wolf ist weiterhin der Straßenverkehr. In Niedersachsen konnten inzwischen seit 2007 wieder mindestens 30 Wolfsrudel festgestellt werden, bei einem Rudel gehe man von 8 bis 10 Tieren aus, daher wird die Gesamtanzahl inzwischen auf 250 bis 300 Tiere geschätzt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Carsten Rehder

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