Weil: „Ich bin tief betroffen“

Täter erschießt Landrat und dann sich selbst

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Der Täter beging nach dem Angriff Selbstmord.

Hameln - Tagelang drängte ein Rentner auf einen Termin beim Hamelner Landrat. Als er ihn am Freitag bekam, zog der 74-Jährige einen Revolver und erschoss Rüdiger Butte in dessen Amtszimmer. Anschließend brachte der Täter sich selbst um.

Der langjährige Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, Rüdiger Butte (SPD), ist am Freitag in seinem Büro von einem Rentner mit einem großkalibrigen Revolver erschossen worden. Das genaue Motiv für die Bluttat im Hamelner Kreishaus kennen die Fahnder noch nicht, doch der 74-jährige Waffennarr hatte seit Jahren Ärger mit der Justiz. Der Waffenschein war ihm entzogen und 2009 war er wegen Waffenbesitzes verurteilt worden. Der 74 Jahre alte Täter erschoss sich unmittelbar nach der Tat selbst. „Ganz Hameln steht unter Schock“, sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes.

Nach Angaben der Polizei hatte der Todesschütze am Freitag längere Zeit auf den Landrat gewartet. Kurz nachdem Butte den 74-Jährigen dann am Vormittag persönlich mit in sein Dienstzimmer genommen habe, sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, sagte der Göttinger Polizeipräsident Robert Kruse bei einer Pressekonferenz am Nachmittag. Kurz danach fielen dann die tödlichen Schüsse aus einem Revolver vom Typ „Smith & Wesson 357 Magnum“.

Zum Motiv des Schützen konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Möglicherweise habe es mit „verwaltungsrechtlichen Auseinandersetzungen“ des Mannes mit dem Landkreis zu tun, sagte Kruse. Der Mann sei in der Vergangenheit auch wiederholt durch Straftaten wie Körperverletzung, Urkundenfälschung oder Betrug aufgefallen.

Rund 100 Polizisten arbeiten an der Aufklärung des Falles, berichtete Hamelns Polizeichef Ralf Leopold. Am Freitag sollte noch die Wohnung des Todesschützen in der Nähe von Bad Münder durchsucht werden.

Der 74-Jährige hatte schon in den Tagen vor der Tat mehrfach versucht, einen Termin beim Landrat zu erhalten. Am Freitag war es schließlich zu einem Treffen gekommen. Worum es dabei ging, ist der Polizei nicht bekannt. Die Beamten wissen auch nicht, ob Butte den Rentner kannte.

Der Täter hat nach den bisherigen Erkenntnissen in Buttes Dienstzimmer mehrere Schüsse abgefeuert. Der verheiratete Politiker und Vater von zwei Kindern hatte keine Chance und starb noch in seinem Büro. Direkte Zeugen für das Verbrechen gibt es nicht.

Für den Todesschützen war es offenbar kein Problem, mit einem geladenen Revolver in die Nähe des Landrates zu gelangen. Im Kreishaus gibt es nach Angaben der Polizei keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen. Jedermann habe freien Zugang. „Die Schlussfolgerung darf aber nicht sein, Ämter zu Sicherheitsburgen auszubauen“, sagte Kruse.

Der gewaltsame Tod des Hamelner Landrates hat an der Spitze der niedersächsischen Landesregierung Trauer und Entsetzen ausgelöst. „Ich bin tief betroffen“, sagte Regierungschef Stephan Weil (SPD). Butte sei ein „wunderbarer Mensch“ gewesen, „immer freundlich, zugewandt und motivierend“. Weil betonte, er werde Butte „immer dankbar sein“ für dessen Einsatz als Chef des Landeskriminalamtes und als Landrat. Das Mitgefühl der Landesregierung sei bei Buttes Frau und dessen Familie.

„Mir fehlen die Worte nach solch einer grausamen Tat“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) nach Ministeriumsangaben. Butte sei ein gradliniger, kompetenter und erfahrener Kommunalpolitiker sowie ein ausgewiesener Kriminalist und allseits geschätzter Kollege in der Polizei gewesen.

Der 63 Jahre alte Butte war seit 2005 Landrat von Hameln-Pyrmont. Zuvor war er vier Jahre lang Direktor des Landeskriminalamtes in Niedersachsen gewesen. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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