Verurteilter Mörder soll erneut getötet haben

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Vor dem Landgericht Osnabrück muss sich der 49-Jährige verantworten

Osnabrück - Ein bereits wegen Mordes und schwerem Raubüberfalls verurteilter Mann muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Osnabrück wegen Totschlags und Mordversuchs verantworten.

Er soll nach seiner Haftentlassung eine 42-jährige Freundin in Schüttorf erwürgt und eine weitere Frau in Northeim schwer verletzt haben. Die Taten soll der 49-jährige Mann im Oktober und November 2013 begangen haben.

Zum Prozessauftakt stand die Aussage der 63-jährigen Mutter der getöteten Frau im Mittelpunkt. Sie tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf. Sachlich und ruhig schilderte sie, wie ihre Tochter den Angeklagten kennenlernte. Ihr Kind habe wegen Drogenmissbrauchs einige Zeit im Landeskrankenhaus eingesessen, wo sie auch das zweite Opfer des Mannes kennengelernt hat. Wann genau ihre Tochter den Angeklagten getroffen habe, konnte die Mutter nicht sagen. Sie vermutete, es sei im April 2013 gewesen. Zu dieser Zeit war der Angeklagte im offenen Vollzug.

Ihre Tochter habe nur eine Freundschaft, aber keine Beziehung mit dem Mann haben wollen, sagte die Mutter. Der Angeklagte habe sie bedrängt, sie unter Druck gesetzt, ihr Versprechungen und einen Heiratsantrag gemacht, berichtete sie.

Am 23. Oktober 2013 soll es in der Wohnung des Opfers zu einem Treffen mit dem Mann gekommen sein. Nach Angaben der Mutter wollte der Angeklagte ihre Tochter dazu überreden, mit ihr in die Karibik auszuwandern. Unter Tränen schilderte die Mutter das letzte Telefonat mit ihrer Tochter. Diese sei ruhig gewesen und habe ihr Handy an den 49-Jährigen weiter gereicht. Er habe ihr nur einen „schönen Abend“ gewünscht. „Ich möchte nur wissen, was meine Tochter gesagt hat, dass er ihr so etwas antun musste“, sagte die aufgewühlte Mutter.

Am 24. Oktober sei sie in die Wohnung ihrer Tochter gefahren, weil sie sich Sorgen gemacht habe, berichtete die Mutter. Die Leiche wurde jedoch erst am 4. November im Schlafzimmer entdeckt, als sie mit zwei Polizisten in die Wohnung ging. Drei Tage vorher soll der Angeklagte eine Frau in Northeim mit Hammerschlägen auf den Kopf schwer verletzt haben. Zudem soll er versucht haben, sie zu ersticken. Die Frau soll am zweiten Verhandlungstag, am 8. Mai, gehört werden.

Ein Bekannter des Angeklagten, der als Zeuge aussagte, berichtete, der Mann habe beide Frauen während seiner Sozial-Therapie in Lingen kennengelernt. Ende Oktober habe er mit seinem Bekannten ein Telefonat geführt. Dabei soll der gesagt haben, er habe ein „ähnliches Ding wie damals“ gemacht. Der Zeuge hatte den 49-Jährigen in der Haft kennengelernt und gewusst, dass sein Bekannter wegen eines Tötungsdelikts und Raubüberfalls verurteilt worden war. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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