Komischer Waldrapp aus Schleswig-Holstein für Tierpark Nordhorn

+
Der Waldrapp ist ein Zugvogel und zählt zu den weltweit am stärksten bedrohten Vogelarten.

St. Peter-Ording/Nordhorn - Der Waldrapp war früher überall in Südeuropa heimisch. Auch in Deutschland brütete der auffällige Vogel in großen Kolonien. Vor 350 Jahre ausgestorben, kommt er jetzt langsam wieder. Doch Wilderer machen ihm das Überleben in freier Wildbahn schwer.

Für die Wiederansiedlung des „komischen Vogels“ mit dem Namen Waldrapp in den Alpen ist ein neuer Helfer gefunden worden. Nun beteiligt sich auch der Tierpark im niedersächsischen Nordhorn an der Zucht des skurril aussehenden europäischen Ibis. Als „Grundstock“ für ihre kleine Kolonie bekamen die Niedersachsen zehn Vögel aus dem Westküstenpark in St. Peter-Ording.

Der Zoo in Schleswig-Holstein unterstützt bereits seit 20 Jahren die Bemühungen von Biologen, den Waldrapp im Alpenraum wieder heimisch zu machen, sagte Parkleiter Peter Marke am Montag. Der gänsegroße Vogel mit den abstehenden Schopffedern, dem gebogenen Schnabel und dem nackten Gesicht ist seit 350 Jahren in Deutschland ausgestorben.

Der Waldrapp galt früher als Götterbote, Glücksbringer, aber auch als Kinderräuber. Zum Verhängnis wurden ihm im 17. Jahrhundert Klimaveränderungen und sein als Delikatesse geltendes Fleisch. In Europa landete er nicht nur bei den Mönchen auf den Tellern, sagte Marke. Heute leben aktuell nur noch rund 450 Vögel in Marokko und der Türkei. In den europäischen Zoos wird die Zucht der Tiere in einem gemeinsamen Programm koordiniert. Hier leben mehr als 2000 Vögel, denen mit verschiedenen Auswilderungsprogrammen wieder eine Chance in der freien Wildbahn gegeben werden soll.

Das ist jedoch nicht einfach, denn der Waldrapp ist ein Zugvogel, der seine über tausend Kilometer lange Flugroute im ersten Jahr von den Eltern lernen muss. Um von Menschen aufgezogenen Jungvögeln den Weg zu weisen, müssen ihnen ihre „Zieheltern“ mit Leichtflugzeugen vorausfliegen.

Beim Waldrappprojekt Burghausen (Bayern) zeigte das von der Heinz-Sielmann-Stiftung seit 2007 geförderte Projekt erste Erfolge. Seit zwei Jahren queren Rappe selbstständig die Alpen in Richtung Toskana und zurück. Die Erfolge der Wiederansiedlung werden jedoch gleichzeitig durch hohe Verluste während der italienischen Jagdsaison geschmälert, wie eine Sprecherin sagte. Wilderer haben es dort erneut auf den schmackhaften Vogel abgesehen.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare