1. az-online.de
  2. Niedersachsen

Kohlenmonoxid ausgetreten: Notruf rettet 12 Menschen das Leben

Erstellt:

Von: Sebastian Peters

Kommentare

Aus diesen Reihenhäusern wurde die Bewohner von der Feuerwehr evakuiert
Aus diesen Reihenhäusern wurde die Bewohner von der Feuerwehr evakuiert © Sebastian Peters

Ob die Heizung schuld war, ist unklar. Allerdings wurden zwölf Personen in Buchholz durch Kohlenmonoxid verletzt. Darunter zwei Retter.

Buchholz – Ein einfach Notruf löste am zweiten Advent in Buchholz in der Nordheide (Niedersachsen) gleich zwei Großeinsätze aus. Der Erste ging am Sonntag, 04. Dezember 2022, gegen 16:40 Uhr in der Rettungsleitstelle ein. Eine Familie aus einem Reihenhaus an der Breslauer Straße klagte über Kopfschmerzen, Müdigkeit und Unwohlsein.

Sei schneller informiert: die Blaulicht-News direkt aufs Handy – ganz einfach via Telegram.

Buchholz: Feuerwehr wegen Kohlenmonoxid im Großeinsatz – 12 Personen verletzt

Als die Besatzung eines Rettungswagens das Reihenhaus betritt, löste sofort deren mitgebrachtes Kohlenmonoxid-Warngerät aus. Das kleine gelbe Messgerät, was der Rettungsdienst immer bei sich trägt, hatte eine gefährliche Kohlenmonoxid Wert festgestellt. Umgehend forderte die Rettungswagenbesatzung Verstärkung nach.

Insgesamt zehn Personen, darunter auch zwei Rettungskräfte, mussten in umliegende Krankenhäuser transportiert werden.
Insgesamt zehn Personen, darunter auch zwei Rettungskräfte, mussten in umliegende Krankenhäuser transportiert werden. © Sebastian Peters

Ein Großalarm war die Folge. Mit über 50 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und noch weiteren Einsatzkräfte des Rettungsdienstes werden sämtliche zusammenhängenden Reihenhäuser evakuiert. Dabei konnten die Einsatzkräfte nur unter Atemschutz die Reihenhäuser betreten.

Täglich die Blaulicht-Nachrichten direkt ins Postfach.

Nämlich: Kohlenmonoxid ist für den Menschen nicht sichtbar. Auf andersartig kann der Mensch das tödliche Gas nicht bemerken. Nur Messgeräte oder sogenannte Kohlenmonoxid-Melder, die es auch für wenig Geld für den privaten Gebrauch kaufbar sind, können das Kohlenmonoxid feststellen.

Kohlenmonoxid: Einsatz in Buchholz – Grund des giftigen Gases unklar

Insgesamt waren zunächst zehn Personen durch das Kohlenmonoxid verletzt worden. Zwei davon die Rettungskräfte, die zunächst zur Hilfe anrückten. Nach rund 2 Stunden konnten die Retter kein Kohlenmonoxid mehr in den Wohnungen messbar nachweisen.

Allerdings konnten die Retter auch nicht sagen, woher das tödliche Gas gekommen sein könnte. Zur Sicherheit wurde dennoch die zentrale Gasheizung der Reihenhäuser abgeschaltet. Der Hausverwalter sollte sich der Sache annehmen. Nachdem die Feuerwehr die Wohnungen wieder für die Bewohner freigegeben hatte, wurde der Einsatz beendet.

Oliver Weiß, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Buchholz
Oliver Weiß, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Buchholz © Sebastian Peters

Oliver Weiß, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Buchholz, sagte zum Einsatz: „Kohlenmonoxid ist ein relativ fieses Gas. Es ist geruchslos, man kann es nicht sehen und hat auch keine reizende Wirkung. Man bekommt erst einmal überhaupt nicht mit. Man hat zunächst die gleichen Symptome wie bei Sauerstoffknappheit.“

Allerdings wurde gegen 00:15 Uhr am Montag, 05. Dezember 2022, erneut der Notruf gewählt. Wieder haben sich Bewohner aus dem Reihenhaus der Breslauer Straße mit Unwohlsein gemeldet. Was folgte, war erneut ein Großeinsatz. Diesmal mussten zwei weitere Personen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

Auch diesmal konnte die Feuerwehr aber kein Grund des Kohlenmonoxid feststellen. Der Einsatzleiter entschied sich allerdings dazu, dass nun die Bewohner das Gebäude bis auf Weiteres zunächst nicht mehr betreten dürfen. Nach rund 1 Stunde war auch der zweite Großeinsatz beendet.

Auch interessant

Kommentare