Kirchenvertreter gelassen: „Wir nehmen das sportlich“

HANNOVER . Klaus Grünwaldt sieht den Kampf der Kirche gegen Kürbis & Co. gelassen. Der Referent für Theologie, Gottesdienste und Kirchenmusik der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Hannover beobachtet, dass Halloween in Deutschland „seit etwa 15 Jahren stärker wahrgenommen“ wird. „Wir haben uns daran gewöhnt.“

Ignorieren kann er das weltliche Treiben nicht, „weil die Kirche mit ihren Veranstaltungen auf dem Markt mit Halloween-Anbietern konkurriert“, erklärt Grünwaldt in bestem Unternehmerdeutsch. Das Problem habe sich weiter verschärft, seit der Reformationstag in Niedersachsen kein Feiertag mehr ist. Aber „wir nehmen das sportlich“, sagt Grünwaldt. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Er hat in der evangelisch-lutherischen Kirche eine „Neubesinnung auf den Reformationstag“ festgestellt. „Wir geben uns mehr Mühe, diesen Tag in den Vordergrund zu rücken“, sagt Grünwaldt. So würde viel Kreativität in den Gemeinden freigesetzt. Beispielhaft führt er die Initiative „Hallo, Luther“ (im Gegensatz zu Halloween) an.

In Hameln etwa werden heute Pastor und Superintendent einem Gottesdienst in einem Badezuber beiwohnen. Inspiriert von Loriot wollen sie ein Streitgespräch zum Thema Taufe führen. Sie verkörpern die Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchton.

In Müden bei Celle wird „versenkter Adam“ vertrieben. Dabei handelt es sich um eine Backspezialität aus Äpfeln und Rührteig. Auf 25 000 Brötchentüten soll außerdem auf den Reformationstag aufmerksam gemacht werden.

Über das Internet vertreibt das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Luther-Bonbons, Luther-Kekse („Das Original aus Wittenberg“) und Luftballons mit dem Konterfei des Reformers. 

 guf

Quelle: kreiszeitung.de

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