Fußspuren im Urin, Dreck, Gestank

Kinder aus Wohnung voller Hundekot gerettet

Hameln - In Hameln sind vier Kinder von den Behörden in Obhut genommen worden. Im ersten Fall wurden zwei Mädchen aus einer mit Hundekot völlig verdreckten Wohnung geholt. Im zweiten Fall sorgte ein Familienvater mit einer Bombendrohung für Aufregung.

Aus einer mit Hundekot und Urin verschmierten, völlig verwahrlosten Wohnung in Hameln hat die Polizei zwei Kinder herausgeholt. Die beiden acht und zwölf Jahre alten Mädchen seien in die Obhut des Jugendamtes übergeben worden, sagte ein Sprecher am Freitag. Nach Angaben des Landkreises Hameln-Pyrmont waren die hygienischen Zustände in der Wohnung unhaltbar, auch acht Hunde wurden aus der Wohnung geholt. „Die Kinder hätten keine Stunde länger in der Wohnung bleiben dürfen“, sagte eine Sprecherin. Die 29-jährige Mutter und ihr ein Jahr jüngerer Ehemann betreiben in den Räumen eine Hundezucht. Beiden drohen strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung an den Mädchen.

Ebenfalls in Hameln sorgte nach der Inobhutnahme seiner Kinder am Freitag auch ein weiterer, 22 Jahre alter Familienvater mit einer Bombendrohung gegen die Kreisverwaltung für Aufregung. Er wurde vor einer Betreuungseinrichtung festgenommen, teilte die Polizei mit. Beamte hatten zunächst die vom Amtsgericht angeordnete Inobhutnahme beaufsichtigt. Warum der Familie die Kinder entzogen wurden, war nicht zu erfahren. Kurze Zeit danach ging der Hilferuf der Kreisverwaltung ein, die der Mann bedroht hatte. Der 22-Jährige kam zunächst ins Polizeigewahrsam, wurde aber später nach einer Gefahrenanalyse und einer deutlichen Ansprache wieder entlassen.

Im erstem Fall hatte ein Nachbar die Polizei in der Nacht zum Freitag alarmiert, weil aus der Wohnung in einem Mehrparteienhaus bestialischer Fäkalgestank drang. Die Beamten entdeckten die kränklich wirkenden Mädchen in einem Kinderzimmer voller Kotspuren zwischen verstreuter Schmutzwäsche und verdrecktem Spielzeug. Beide klagten über akute Magen-Darm-Beschwerden. In anderen Räumen der 3,5-Zimmer-Wohnung fanden die Beamten drei erwachsene Hunde, darunter einen Rottweiler und einen Husky, sowie fünf Welpen.

In allen Räumen seien nicht nur die Fußböden, sondern teilweise auch die Möbel mit Kot verschmiert gewesen, sagte der Polizeisprecher. In der Küche fanden sich stapelweise dreckiges Geschirr und verdorbene Essensreste. Wie schwer die Kinder unter den hygienischen Zuständen zu leiden hatten und inwieweit sie gesundheitlich beeinträchtigt wurden, werde noch untersucht, sagte die Landkreissprecherin. Die Familie sei im übrigen früher noch nie negativ aufgefallen. Auch bei der Polizei hatte das Ehepaar bisher eine weiße Weste. Was das Paar veranlasste, die Wohnung verkommen zu lassen, ist den Behörden noch unklar.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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