Nach Generatorschaden: Kernkraftgegner fordern Aus für AKW Grohnde

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Das Atomkraftwerk in Grohnde: Nach einem Generatorschaden fordern Kernkraftgegner die Stilllegung des Reaktors.

Grohnde - Nach dem festgestellten Generatorschaden am Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln fordern Kernkraftgegner die sofortige Stilllegung des Reaktors.

„Jetzt muss das Niedersächsische Umweltministerium endlich handeln“, sagte Peter Dickel von der Regionalkonferenz AKW Grohnde am Mittwoch in Hannover. Der Defekt sei ein ernstzunehmender Schaden. Bei der routinemäßigen jährlichen Revision hatten Techniker am vergangenen Wochenende im Inneren des Generators einen Schaden festgestellt. Der Meiler soll nach Plänen der Bundesregierung 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden.

Die generelle Stilllegung sei derzeit kein Thema, die Forderung sei völlig unbegründet, betonte dagegen eine Eon-Sprecherin. Schäden am Generator würden immer wieder vorkommen, deshalb seien die Anlagen so konzipiert, dass sie sich automatisch im Ereignisfall während des Netzbetriebs sofort abschalten würden. Die ursprünglich bis zum 11. Mai geplante Revision werde sich nun jedoch um „einige Wochen verlängern“. Obwohl der Austausch vermutlich mehrere Millionen Euro teuer sei - die genaue Höhe wollte die Sprecherin nicht nennen - sei die Maßnahme für Eon wirtschaftlich vertretbar. „Sonst würden wir es nicht machen.“

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) betonte, er erwarte eine vollständige Klärung der Ursachen. Von Interesse sei dabei auch, wann der Schaden genau aufgetreten sei und warum der Schaden nicht früher festgestellt werden konnte. Wenzel habe um eine tägliche Unterrichtung über die Sicherheitsprüfungen gebeten, hieß es ferner aus seinem Haus. Die geforderte endgültige Stilllegung sei derzeit noch kein Thema im Ministerium. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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