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Tolle Aktion: Häftlinge der JVA Hannover sammeln Pfand für kranke Kinder

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Von: Andree Wächter

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Häftlinge sammeln Pfandflaschen für guten Zweck
Peter Landgraf, Pressesprecher JVA Hannover, steht mit gesammelten Pfandflaschen der Gefängnis-Insassen vor der Justizvollzugsanstalt. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Von dem wenigen Geld noch etwas abgeben: Häftlinge im Gefängnis der JVA Hannover haben Leergut-Pfand für kranke Kinder gespendet.

Hannover – Häftlinge in Gefängnissen können auch ein gutes Herz haben. Die Häftlinge der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover haben vor drei Monaten eine ungewöhnliche Aktion für einen guten Zweck gestartet. Sie sammelten Leergut und werden das Geld der Palliativstation der Medizinischen Hochschule (MHH) für sterbenskranke Kinder spenden. 660 Euro sind bisher zusammengekommen, der Anstaltsbeirat gab aktuell 110 Euro dazu.

Häftlinge der JVA Hannover sammeln im Gefängnis 1800 Flaschen

„Das ist atemberaubend“, sagt JVA-Häftling Alexander A., dem die Idee beim Blick in den Hof mit den zahllosen Pfandflaschen kam. Als Erstes schrieb der Gefängnis-Häftling einen Brief an die MHH, ob sie Spenden entgegennimmt. „Es geht um Kinder, es kann ja jeden treffen“, betont er. Zusammen mit Anstaltssprecher Peter Landgraf wurde ein Plakat entworfen, um die Mitinsassen zu motivieren. Nicht alle trauten dem Vorschlag. „Manche sprechen kein Deutsch“, erklärt Alexander A. die Vorbehalte.

Nach und nach ließen sich viele überzeugen. „So viele Leute, die hier nur ein Taschengeld haben, machten mit“, erzählt der 39-Jährige, „damit habe ich niemals gerechnet“. Er selbst hat zwei Kinder und sitzt wegen Drogendelikten ein. Dutzende Säcke brachte Peter Landgraf zum Pfandautomaten im Supermarkt, etwa 1800 Flaschen hat er gezählt.

Anstaltsleiter Matthias Bormann nennt es eine selbstlose Aktion: „Das ist absolut lobenswert. Viele Gefangene haben selbst Kinder, das verbindet sie.“ Und so ganz einfach sei das Abgeben von Pfandgut für die Inhaftierten auch nicht.

Jeder bekomme pro Tag für die geleistete Arbeit zwölf Euro. „Da sind 25 Cent für eine abgegebene Flasche schon bares Geld.“ Zumal der Anstaltsshop auch teurer ist als ein Supermarkt außerhalb der Mauern. Bormann stimmte sofort zu. 95 Prozent der Spenden kamen von Häftlingen, der Rest von Angestellten. „Das ist auch nicht selbstverständlich, dass Bedienstete mitmachen“, sagt Alexander A. Zuvor hatte die Zeitung Hannoversche Allgemeine darüber berichtet.

JVA Hannover geprägt durch Behandlung un Arbeit

Die JVA Hannover gehört zu den großen Gefängnissen in Niedersachsen. Fast 600 Haftplätze hat die Anstalt, heißt es auf der Homepage. Die Hauptanstalt mit neun Vollzugsabteilungen ist seit 1963 in Betrieb. Dort findet sich beispielsweise eine der größten Untersuchungshaftabteilungen des Landes. Bei durchschnittlich 50 Neuzugängen pro Monat werden allein in dieser Abteilung jährlich ca. 600 männliche Inhaftierte aufgenommen.

JVA Hannover
JVA Hannover: Die Anstalt gehört zu den großen Gefängnissen in Niedersachsen. © dpa

Der Aufenthalt in der JVA Hannover ist geprägt durch Behandlung und Arbeit. Neben der Sozialtherapie werden delikt- und persönlichkeitsspezifische Maßnahmen, wie beispielsweise das soziale Training, das Projekt „Alternativen zur Gewalt“ und Gruppengespräche für aggressive Gefängnis-Insassen, angeboten.

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