Fünf Jahre Haft wegen Missbrauchs nach Internet-Chat

Braunschweig - Wegen mehrfacher Vergewaltigung eines zwölf Jahre alten Mädchens muss ein 33-jähriger für fünf Jahre hinter Gitter. Das hat das Braunschweiger Landgericht am Dienstag entschieden. Der Mann hatte seinem Geständnis zufolge in einem Internet-Chatroom das Vertrauen des Kindes erschlichen und es in seine Wohnung gelockt. Dort verging er sich an der Schülerin.

Wie die Verhandlung genau ablief, wissen nur die unmittelbar Beteiligten. Nachdem Staatsanwältin Ute Lindemann die Anklage verlesen hatte, forderte Verteidiger Heinz Eggeling, die Zuhörer auszuschließen. „Sonst besteht die Möglichkeit, dass intime Details über die Persönlichkeit meines Mandanten an die Öffentlichkeit gelangen“, begründete Eggeling den Antrag, dem das Gericht nachkam. Die Zuhörer erfuhren bei der Urteilsverkündung, dass der Beschuldigte die Tatvorwürfe umfassend gestanden hatte. Als angeblich 18-Jähriger hatte er sich mit falschem Namen in einem meist von Kindern und Jugendlichen genutzten Online-Portal angemeldet. Dort traf der allein lebende Mann auf die Zwölfjährige und verabredete ein Treffen mit ihr. Das Mädchen brachte seine Cousine mit und ging, als es das wahre Alter des Chat-Partners erkannte.

Dem Angeklagten gelang es dennoch, das unbedarfte Kind unter einem Vorwand ein zweites Mal in seine Wohnung zu locken. Dort zwang er die Schülerin mit Drohungen zu sexuellen Handlungen. Aus Angst vor dem Mann wehrte sich die Schülerin nicht. „Sie befand sich, juristisch ausgedrückt, in einer schutzlosen Lage“, erklärte der Vorsitzende Richter Manfred Teiwes in der Urteilsbegründung. Die Zwölfjährige treffe keine Mitschuld: „Mädchen in diesem Alter sind naiv und denken nicht an Böses. Der Angeklagte hat das Vertrauen des Opfers an das Gute im Menschen nachhaltig gestört. Sie ist jetzt für ihr Leben gezeichnet.“

Dennoch müsse das Geständnis strafmildernd gewertet werden, sagte Teiwes. Dadurch, dass er zu seiner Schuld stehe, habe der Angeklagte „dem Mädchen erspart, dass es auch noch hier auf den Zeugenstuhl muss“.

Quelle: kreiszeitung.de

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